Die Fettleber zählt zu den häufigsten Leberkrankheiten weltweit. Neue Daten zeigen das enorme Ausmaß und einen besorgniserregenden Trend. Wer sich über längere Zeit ungesund ernährt und zu wenig bewegt, riskiert nicht nur Übergewicht und Typ-2-Diabetes , sondern gefährdet auch seine Leber. Denn der Körper muss immer mehr überschüssige Energie in Form von Fett speichern. Irgendwann wird dieses nicht mehr nur im Unterhautfettgewebe einlagert, sondern auch in der Leber – das Organ verfettet. Die Fettleber ist in vielen westlichen Ländern die häufigste Lebererkrankung: Von der nicht durch Alkohol verursachten Form sind etwa 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den Industrienationen betroffen. Doch auch in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern nimmt die Krankheit inzwischen deutlich zu. Mit steigendem Wohlstand, veränderten Ernährungsgewohnheiten und mehr Übergewicht breitet sie sich weltweit aus. Fachleute sprechen bereits von "pandemischen Ausmaßen". Und laut einer aktuellen Studie könnte sich das Problem weiter verschärfen: Bis zum Jahr 2050 könnten rund 1,8 Milliarden Menschen weltweit mit einer Fettleber leben. Wie die Studie zu ihrer Prognose kommt Die Prognose basiert auf Daten der Global Burden of Disease Study 2023, einem internationalen Forschungsprojekt, das Krankheiten weltweit vergleicht. Weil die Fettleber in vielen Ländern nicht systematisch erfasst wird, gibt es keine vollständigen offiziellen Zahlen. Viele Menschen wissen zudem gar nicht, dass sie erkrankt sind, denn eine Fettleber verursacht zunächst keine spürbaren Beschwerden. Fettleber: Diese Ursachen sind vermeidbar Leberwerte-Tabelle: Alle Normalwerte auf einen Blick Müdigkeit und schlechte Leberwerte: Das kann der Grund sein Die Forscher sammelten deshalb Daten aus Studien, Gesundheitsbefragungen, Krankenhausstatistiken und anderen Quellen aus insgesamt 204 Ländern und Territorien. Mithilfe statistischer Modelle berechneten sie daraus, wie verbreitet die Erkrankung wahrscheinlich in den einzelnen Regionen ist. Davon ausgehend schätzten sie, dass im Jahr 2023 rund 1,3 Milliarden Menschen weltweit mit einer Fettleber leben. Mit weiteren Modellen konnten sie anschließend berechnen, wie sich die Häufigkeit in Zukunft entwickeln könnte. Dabei berücksichtigte das Team unter anderem das Wachstum der Weltbevölkerung und die steigenden Zahlen von Menschen mit Risikofaktoren für eine Fettleber, insbesondere Übergewicht und erhöhtem Blutzucker. So gelangten sie zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf rund 1,8 Milliarden Menschen steigen könnte. Das entspräche einem Zuwachs von etwa 42 Prozent gegenüber heute. Was steckt hinter dem Anstieg? Eine wichtige Rolle spielt das Wachstum der Weltbevölkerung: Besonders stark dürfte die Zahl der an Fettleber Erkrankten in Regionen zunehmen, in denen die Bevölkerung derzeit schnell wächst, etwa in Subsahara-Afrika sowie in Nordafrika und dem Nahen Osten. Zugleich tragen jedoch auch Übergewicht und erhöhte Blutzuckerwerte, die weltweit häufiger werden, dazu bei, dass mehr Menschen eine Fettleber entwickeln. Dass Übergewicht und erhöhte Blutzuckerwerte hierzulande und in anderen wohlhabenden Regionen immer öfter vorkommen, hat verschiedene Gründe. Unter anderem stecken, wie erwähnt, die Ernährung und der Mangel an Bewegung dahinter. Kalorienreiche, stark verarbeitete Lebensmittel sind leicht verfügbar und oft günstiger als frische Produkte. Menschen bewegen sich im Alltag weniger als früher, etwa weil Arbeit und Freizeit stärker im Sitzen stattfinden. Fettleber rechtzeitig erkennen Eine Fettleber lässt sich gut behandeln, wenn sie rechtzeitig festgestellt wird. Entscheidend sind dabei vor allem eine Gewichtsreduktion und mehr Bewegung. Mehr zu den wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung einer Fettleber erfahren Sie hier. Das Problem: Die Verfettung der Leber verläuft für gewöhnlich schleichend über Jahre und ist normalerweise nicht mit Beschwerden verbunden. Deutliche Symptome zeigen sich erst, wenn die Fettleber in eine Hepatitis übergeht, sich die Leber also entzündet. Zu den möglichen Anzeichen gehören dann unter anderem Schmerzen oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch und Erschöpfung. Ohne Behandlung kann sich die Entzündung weiter verstärken und mit der Zeit zu einer Vernarbung des Lebergewebes führen, die im fortgeschrittenen Stadium in eine Leberzirrhose übergehen kann. Wer Risikofaktoren wie Übergewicht und/oder Typ-2-Diabetes aufweist, sollte daher ärztlich abklären lassen, wie es um seine Lebergesundheit bestellt ist. Eine Blutuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung können Aufschluss geben.