Studie: Sport im Takt der inneren Uhr senkt Herz-Kreislauf-Risiko

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Wer zur richtigen Zeit trainiert, kann gesundheitlich deutlich profitieren. Eine Studie offenbart, worauf es bei Frühaufstehern und Abendmenschen ankommt. Ob man eher morgens fit ist oder erst abends Energie hat, ist kein Zufall. Der sogenannte Chronotyp beeinflusst unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus und das Leistungsvermögen. Eine neue Studie im Fachmagazin "Open Heart" zeigt: Wer seine Trainingszeit an diese "innere Uhr" anpasst, könnte sein Herz-Kreislauf-Risiko deutlich senken. Was wurde untersucht? An der Studie nahmen 150 Menschen zwischen 40 und 60 Jahren teil, die alle ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten, etwa durch Bluthochdruck , Übergewicht ( BMI zwischen 25 und 29,9) oder Adipositas (BMI über 30), und bislang einen vorwiegend sitzenden Lebensstil aufwiesen. Einige Probanden hatten zudem Fälle von Schlaganfall oder Herzinfarkt in der Familie. Studie: Wer nach dieser Uhrzeit schlafen geht, schadet seiner Gesundheit 5-Uhr-Morgenroutine: Warum Schlafexperten vor dem Trend warnen Alle Teilnehmer trainierten über zwölf Wochen hinweg fünfmal pro Woche moderat (durch zügiges Gehen auf dem Laufband). Dabei wurden sie nach dem Zufallsprinzip einer Trainingszeit zugewiesen, die entweder ihrem Chronotyp (Frühtyp oder Spättyp) entsprach oder nicht, und zwar entweder morgens zwischen 8:00 und 11:00 Uhr oder abends zwischen 18:00 und 21:00 Uhr. Bessere Werte bei passendem Timing Dabei zeigte sich, dass sich eine sportliche Betätigung grundsätzlich bei allen Probanden positiv auf die Gesundheit auswirkte. War bei den Teilnehmern das Training jedoch auf den Chronotyp abgestimmt, besserten sich viele Bereiche noch stärker, etwa: Blutdruck Blutzucker LDL-Cholesterin ("schlechtes" Cholesterin) VO2max (ein Indikator für die aerobe Fitness und Ausdauerleistungsfähigkeit) Schlafqualität Besonders deutlich war der Unterschied beim Blutdruck: Der obere (systolische) Wert sank etwa doppelt so stark, wenn das Training auf den Chronotyp abgestimmt war, nämlich um 10,8 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), statt um 5,5 mmHg bei nicht abgestimmtem Training. Noch stärker war der Effekt bei Teilnehmern, bei denen vorab ein Bluthochdruck bekannt war: Bei ihnen sank der obere Wert im Schnitt um 13,6 mmHg, statt um 7,1 mmHg. Herz-Kreislauf-Prävention dank typgemäßem Training Die Forscher vermuten, dass sich durch ein Training im Einklang mit der inneren Uhr auch die peripheren Uhren im Körper, etwa in Muskeln, Fettgewebe und Gefäßen, besser synchronisieren. Das wiederum könnte den Stoffwechsel effizienter machen und entzündliche Prozesse verringern. Beide Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Den Wissenschaftlern zufolge könne es demnach hilfreich sein, Sport dem eigenen inneren Rhythmus beziehungsweise der persönlichen inneren Uhr entsprechend zu planen. So ließen sich die positiven Effekte auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel einfach und kostengünstig verstärken. Weitere Forschung ist nun nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.
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