Depression-Studie: Handkraft bleibt nach Depression niedrig

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Eine überstandene Depression hinterlässt womöglich länger körperliche Spuren als gedacht. Was die Studie zeigt. Nach einer Depression zurück in die Normalität zu finden, gestaltet sich oft langwierig. In einer im Fachmagazin "JAMA Psychiatry" veröffentlichten Studie stellte sich nun heraus, dass auch nach der Genesung die Muskelkraft bei Betroffenen niedrig bleibt. Handkraft als Gesundheitsmarker Die Handkraft gilt in der Medizin als einfacher und verlässlicher Indikator für Fitness und Gesundheit. Auch bei psychischen Erkrankungen wie Depression und Schizophrenie ist sie vermindert. Unklar war bislang jedoch, ob sich diese beiden Erkrankungen unterschiedlich auf die Handkraft auswirken und ob sich die Werte nach einer Depression wieder steigern. Depressionen vorbeugen: Laut Studie helfen 5.000 Schritte am Tag Analyse deckt auf: Viele Depressive wissen nichts von dieser Begleiterkrankung Für die Studie wurden 533 Personen untersucht, darunter gesunde Menschen sowie Betroffene mit bestehender und überstandener Depression oder mit Schizophrenie. Die Handkraft wurde dazu mit einem elektronischen Messgerät erfasst. Ergebnis überrascht Wie erwartet, hatten gesunde Teilnehmer die größte Muskelkraft. Betroffene mit Schizophrenie wiesen eine stärkere Handkraft auf als depressive Probanden. Überraschenderweise zeigten Menschen, die eine Depression bereits überwunden hatten, gegenüber akut Erkrankten keine Verbesserung. Ihre Handkraft blieb so niedrig wie zuvor. Sebastian Walther, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Würzburg, macht deutlich: "Wir hatten erwartet, dass sich die Werte normalisieren." Dass dies nicht der Fall ist, bewertet der Psychiater als beunruhigend, denn es könnte bedeuten, dass Depressionen langfristige körperliche Spuren hinterlassen. Verminderte Handkraft: Was steckt dahinter? "Weitere Studien müssen nun klären, ob eine niedrige Handkraft trotz überstandener Depression auf ein echtes Defizit in der Fitness oder lediglich auf fehlende motorische Kontrolle zurückzuführen ist", sagt Walther. Die Unterscheidung sei wichtig, auch für die Therapie. Denn während bei motorischen Problemen gezielte Koordinationsübungen helfen könnten, wären bei echtem Kraftverlust körperliche Trainingsprogramme nötig. Dann ließe sich mit gezieltem Training möglicherweise die Langzeitprognose und auch die Lebenserwartung positiv beeinflussen.
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