Fachärzte in Deutschland: Wo Sie schnell einen Termin bekommen

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Ob Kardiologie oder Rheumatologie: Wer auf eine Facharztbehandlung angewiesen ist, bekommt je nach Wohnort schnell oder deutlich langsamer einen Termin. Eine neue Auswertung zeigt, wie ungleich die Verteilung ist. In manchen Städten drängt sich die medizinische Versorgung fast schon, in anderen dagegen ist sie kaum vorhanden. Das ergibt eine aktuelle Analyse zur Facharztdichte in Deutschland. Im Fokus: Fachrichtungen, die besonders für die medizinische Reha wichtig sind, etwa nach einem Herzinfarkt, einem orthopädischen Eingriff oder bei chronischen Lungen- und Gelenkerkrankungen. Die GMS Software Manufaktur hat für ihre Untersuchung die zehn größten Städte pro Bundesland unter die Lupe genommen – einschließlich ihrer unmittelbaren Umgebung, denn Patienten nehmen oft längere Wege auf sich, um eine geeignete Praxis zu erreichen. Fachärztemangel: Großes Gefälle zwischen Ost und West Im bundesweiten Schnitt kommen demnach auf 10.000 Einwohner rund 16 Fachärzte mit Reha-Bezug. Doch je nach Region weicht dieser Wert stark ab: In Bernau bei Berlin liegt die Quote mit 90 Ärzten pro 10.000 Einwohner weit über dem Durchschnitt. Auch Freital bei Dresden (82) und Norderstedt bei Hamburg (81) schneiden sehr gut ab. Anders sieht es in Dessau-Roßlau aus: Hier liegt der Wert bei gerade einmal zwei. Ähnlich dünn ist die Versorgung in Neumünster , Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Schwedt/Oder – jeweils mit nur drei Fachärzten pro 10.000 Einwohnern. Termin beim Facharzt: So bekommt man ihn am schnellsten Diabetes: Natürliche "Therapie" senkt den Blutzucker Reha-Medizin: Das sind die Top-Städte je Fachrichtung Die Analyse zeigt auch, welche Städte in bestimmten Fachbereichen besonders stark aufgestellt sind. Bernau bei Berlin belegt gleich drei Spitzenplätze: in der Kardiologie (27), der Neurologie (24) und der Pneumologie (9). In der Orthopädie liegt Norderstedt mit 19 Fachärzten je 10.000 Einwohnern vorn. Die größte Dichte an Sportmedizinern (11) und Rheumatologen (6) hat Pinneberg in Schleswig-Holstein. Und im Bereich der physikalischen und rehabilitativen Medizin führt Freital mit sechs Fachärzten pro 10.000 Einwohnern das Ranking an. Warum diese Unterschiede wichtig sind Ulrich Hutter, Geschäftsführer der GMS Software Manufaktur, sagt: "Gerade für Patienten nach einem Herzinfarkt, orthopädischen Eingriffen, chronischen Lungenerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen entscheidet die Verfügbarkeit von Fachärzten darüber, wie gut Reha-Maßnahmen geplant, überwacht und dauerhaft im Alltag verankert werden können." Digitale Anwendungen wie etwa die Vagus-App könnten in schlecht versorgten Regionen helfen, die Nachsorge zu sichern. Sie könnten aber den Aufbau medizinischer Strukturen vor Ort nicht ersetzen. Was Patienten wissen sollten Die Ergebnisse der Analyse machen deutlich: Nicht überall in Deutschland ist die medizinische Versorgung gleich gut. Besonders in Ostdeutschland fehlt es oft an spezialisierter Reha-Versorgung. Das kann für Menschen mit chronischen oder schweren Erkrankungen problematisch werden, denn eine gute Anbindung an Fachärzte ist für den Erfolg der Therapie entscheidend. Wer längere Wartezeiten oder Anfahrten in Kauf nehmen muss, sollte sich möglichst früh um Termine kümmern und über Alternativen wie digitale Nachsorgeangebote informieren.
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