Feinstaub-Alarm in Deutschland: So schädlich ist die schlechte Luftqualität

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In vielen Regionen Deutschlands ist die Luft stark mit Feinstaub belastet. Was das für Ihre Gesundheit bedeutet und wie Sie sich jetzt schützen sollten. In zahlreichen Städten überschreiten die Feinstaubwerte derzeit die Grenzwerte deutlich. Betroffen sind unter anderem Berlin , Leipzig , Dresden , Hamburg und weite Teile von Thüringen und Brandenburg. Besonders problematisch ist das für Menschen mit Vorerkrankungen, doch auch Gesunde sollten vorsichtig sein. Hochdrucklage verschärft die Situation Der Grund für die aktuellen Spitzenwerte ist eine stabile Hochdruckwetterlage. Dabei fehlt der Luftaustausch: Schadstoffe wie Feinstaub sammeln sich in den unteren Luftschichten und steigen nicht wie üblich in höhere Atmosphärenschichten auf. "Die Luft wird nicht durchmischt, die Schadstoffe bleiben am Boden", erklärt der Deutsche Wetterdienst. "Gender Pain Gap": Das hat Folgen für Millionen Patienten Schon nach zwei Tagen: Dieses Lebensmittel senkt Cholesterin Wer jetzt besonders aufpassen muss Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Feinstaub als besonders gesundheitsschädlich ein. Studien zeigen, dass bereits kurzfristige Belastungen zu Symptomen wie Husten, Kurzatmigkeit oder Asthmaanfällen führen können, vor allem bei Risikogruppen. Dazu gehören: Menschen mit Asthma oder COPD Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen Kinder, deren Lunge sich noch in der Entwicklung befindet Ältere Menschen ab 65 Jahren Schwangere und ungeborene Kinder Laut der Europäischen Umweltagentur lassen sich jährlich über 239.000 Todesfälle in der EU auf zu hohe Feinstaubwerte zurückführen. Feinstaubbelastung: Diese Regionen sind aktuell betroffen Nach Angaben des Umweltbundesamts liegt die Luftqualität in vielen Regionen auf dem untersten Niveau. Besonders hoch ist die Belastung aktuell in: Berlin Hamburg Dresden, Leipzig, Zwickau Erfurt, Weimar, Nordhausen Lübeck, Kiel, Rostock Teilen von Brandenburg und Sachsen Die Feinstaubbelastung wird vor allem im Winter problematisch, da dann mehr geheizt wird – etwa mit Holzöfen – und gleichzeitig die Schadstoffe nicht abziehen können. Zusätzlich verstärken Straßenverkehr , Industrie und Landwirtschaft die Emissionen. Was Feinstaub im Körper anrichtet Feinstaub ist tückisch: Er ist unsichtbar, geruchlos und schädigt den Körper auf mehreren Ebenen. Gelangen die Partikel in die Lunge, können sie dort Entzündungen auslösen, das Lungengewebe schädigen und langfristig das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Aber auch das Herz-Kreislauf-System leidet: Es kann zu Bluthochdruck, Herzinfarkt oder sogar Schlaganfall kommen. Neue Studien bringen hohe Feinstaubwerte auch mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung . Was Sie jetzt tun können Wer zur Risikogruppe gehört oder in stark betroffenen Regionen lebt, sollte sich derzeit so gut wie möglich schützen. Experten raten zu folgenden Maßnahmen: Meiden Sie stark befahrene Straßen, besonders zur Hauptverkehrszeit. Lüften Sie nur kurz und gezielt – möglichst außerhalb der Stoßzeiten. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung im Freien, vor allem Sport. Nutzen Sie keine offenen Kamine oder alte Öfen ohne Filter. Halten Sie Fenster in Autos geschlossen und aktivieren Sie Umluftsysteme. Allerdings nicht zu lange, sonst drohen weitere Risiken. Auch Maßnahmen in den eigenen vier Wänden helfen: Verzichten Sie auf Laserdrucker ohne Feinstaubfilter, reinigen Sie Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien und nutzen Sie Luftreiniger mit HEPA-Filtern, wenn vorhanden. Wetterumschwung bringt Hoffnung Der Deutsche Wetterdienst rechnet zu Wochenbeginn mit einem Wetterwechsel. Mit Regen und Wind soll sich die Luftqualität deutlich verbessern. Niederschläge waschen Schadstoffe aus der Luft, und der Luftaustausch führt dazu, dass sich die Belastung verteilt. Trotz dieser vorübergehenden Besserung bleibt Feinstaub ein langfristiges Problem. Fachleute fordern deshalb politische Maßnahmen, um Emissionen dauerhaft zu senken, etwa durch Verkehrsberuhigung, strengere Filtervorgaben oder die Förderung sauberer Heizsysteme.
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