Glätte: Sturzgefahr – so verhalten Sie sich richtig

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Sturzverletzungen können gefährlich und lebensverändernd sein. Lesen Sie hier, was nach einem Sturz zu tun ist und wie sich das Sturzrisiko senken lässt. Gerade die kalte Jahreszeit birgt das Risiko für Sturzverletzungen. Das gilt auch für Menschen, die keinen unfallträchtigen sportlichen Outdooraktivitäten nachgehen: Bei winterlicher Nässe oder Eis- und Schneeglätte sind Stürze im Alltag häufiger als beim Wintersport. Das bedeutet aber nicht, dass die Stürze glimpflicher ausgehen: Manche Sturzverletzungen lassen sich zwar selbst behandeln, doch viele erfordern ärztliche oder gar notärztliche Hilfe. Bei niedrigen Temperaturen kommt im Fall einer schweren Sturzverletzung das Risiko einer Unterkühlung hinzu, wenn die betroffene Person nicht schnell genug Hilfe erhält. Nachfolgend erfahren Sie, worauf nach einem Sturz zu achten ist, wann eine ärztliche Behandlung notwendig ist und wie man sich vor Sturzverletzungen schützen kann. Sturzverletzungen: Harmlos bis schwerwiegend Wer sich bei einem Sturz verletzt, benötigt nicht zwangsläufig ärztliche Hilfe: Bei leichten Verletzungen ist es in der Regel völlig ausreichend, sie selbst zu versorgen. Als leicht gelten kleinere und oberflächliche Verletzungen wie Prellungen, kleine Platzwunden (etwa am Knie oder an der Handfläche) und leichte Verstauchungen (etwa am Handgelenk), mit denen sich der betroffene Körperteil noch uneingeschränkt bewegen lässt. Mehr erfahren: Prellungen richtig behandeln Bei mäßigen Sturzverletzungen ist hingegen eine professionelle Versorgung in einer ärztlichen Praxis oder einer Notfallambulanz ratsam. Dazu zählen unter anderem Verstauchungen am Handgelenk und am Sprunggelenk, welche die Beweglichkeit des betroffenen Körperteils einschränken, größere Platzwunden (vorwiegend an Armen, Beinen oder Kopf), Rippen- oder Wirbelbrüche sowie leichte Gehirnerschütterungen. Mehr erfahren: Rippenbruch – Symptome, Ursachen, Behandlung Schwere Sturzverletzungen sind medizinische Notfälle, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordern. Dazu gehören Hüft-, Becken-, Arm-, Bein- und Handfrakturen sowie jegliche Schädel-Hirn-Verletzungen. Derart schwerwiegende Folgen haben Stürze häufig bei älteren Menschen, deren Knochen bereits brüchiger sind. Daher ist im höheren Alter auch längerfristig das Risiko für sturzbedingte Komplikationen erhöht, etwa für: längere Krankenhausaufenthalte, eine länger anhaltende oder dauerhafte Behinderung, die etwa den Einsatz von Mobilitätshilfen (wie Gehstock, Rollator oder Rollstuhl) erfordert, oder den Verlust der Unabhängigkeit. Im Extremfall können Sturzverletzungen gerade bei älteren Menschen auch tödlich verlaufen: Ein Großteil der sturzbedingten Todesfälle betrifft Erwachsene über 65 Jahren. Nach einem Sturz: Das ist jetzt zu beachten Direkt nach einem Sturz gilt es zunächst, ruhig zu bleiben, ein paarmal langsam und tief durchzuatmen und die Lage zu prüfen: Tut es weh, wenn ich langsam die Arme und Beine bewege? Ist etwas verletzt? Wer keine Schmerzen hat, kann sich (am besten mit Unterstützung) langsam aufrichten – aber noch nicht aufstehen, sondern erst im Sitzen erneut prüfen, ob Symptome auf eine Verletzung hindeuten. Wer dann (oder bereits direkt nach dem Sturz) Schmerzen verspürt und nicht in Begleitung ist, sollte sich nach Möglichkeit erst einmal Unterstützung besorgen: Gemeinsam fällt es oft leichter, die Situation richtig zu beurteilen und je nach Bedarf die passende Hilfe zu organisieren. Wenn die gestürzte Person etwa eine Gliedmaße nicht wie gewohnt bewegen kann, benötigt sie eine ärztliche Behandlung. Kann sie nicht aufstehen, sollten Helfende nicht zögern, unter der Notrufnummer 112 den Rettungsdienst anzufordern. Aber Achtung: Auch wer nach einem Sturz in der Lage ist, sich aus eigener Kraft aufzurichten, kann dringend auf medizinische Hilfe angewiesen sein – selbst dann, wenn auf den ersten Blick keine ernste Sturzverletzung vorliegt. So ist in jedem Fall ebenso eine Behandlung im Krankenhaus ratsam, wenn die gestürzte Person: Blutverdünner (Antikoagulanzien) einnimmt, da der Sturz dann auch ohne äußerliche Verletzungen zu inneren Blutungen führen kann. Dies gilt besonders nach einem Sturz auf den Kopf, die Brust, den Rücken oder den Bauch. auf den Kopf gestürzt ist, nach dem Sturz ohnmächtig war oder Sterne vor den Augen gesehen hat oder Symptome wie Verwirrtheit, Benommenheit oder Verhaltensänderungen entwickelt (auch wenn diese mit einiger Verzögerung auftreten). aufgrund eines medizinischen Notfalls gestürzt ist, etwa weil sie Anzeichen für einen Schlaganfall , einen Herzinfarkt oder Ähnliches hatte. Risiko für Sturzverletzungen senken: Diese Tipps helfen Damit es möglichst gar nicht erst zu Sturzverletzungen kommt, empfiehlt es sich gerade im Winter, risikobewusst zu handeln – zumal bereits ein paar einfache Tipps die Sturzgefahr bei Glätte deutlich senken können. Diese lauten: Draußen nur Schuhe mit Profil tragen oder die Schuhe mithilfe von Anti-Rutsch-Sohlen (Spikes) wintertauglich machen. Beim Gehen die Hände aus den Taschen nehmen, den Körperschwerpunkt leicht nach vorn verschieben, sodass er über dem vorderen (auftretenden) Bein ausgerichtet ist, und sich langsam mit kleinen Schritten auf ganzer Sohle über den Boden schieben (ähnlich wie ein Pinguin). Halt suchen, also sich bei einer Begleitperson einhaken oder an einer Wand, einer Mauer oder einem Geländer entlangtasten. Gehstöcke oder Krücken mit einem Eispickel ausstatten, der sich bei Nichtgebrauch hochklappen lässt. Um keine unnötigen Sturzverletzungen zu riskieren, empfiehlt es sich außerdem, bei Eis und Schnee aufs Fahrradfahren zu verzichten. Für Menschen, die bereits älter oder ohnehin schon unsicher auf den Beinen sind, ist es ratsam, bei Glätte möglichst gar nicht aus dem Haus zu gehen.
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