Heidi Klum hat ADHS: So zeigen sich die Symptome je nach Alter

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Heidi Klum spricht erstmals offen darüber, dass sie eine Form von ADHS hat, und bezeichnet sie sogar als ihre "Superpower". Doch die Aufmerksamkeitsstörung zeigt sich bei Betroffenen sehr unterschiedlich. Heidi Klum wirkt seit Jahrzehnten wie ein Energiebündel: Model, Moderatorin, Unternehmerin und Produzentin – oft arbeitet sie an mehreren Projekten gleichzeitig. Für viele wäre ein solcher Alltag kaum zu bewältigen. Für Klum dagegen scheint genau das der Normalzustand zu sein. In einem Interview erklärte die 52-Jährige nun, warum: Sie habe eine "Form von ADHS" . Statt die Diagnose als Belastung zu sehen, beschreibt sie sie als Stärke. "Ich sehe ADHS als etwas Positives, weil ich damit mehr Sachen gleichzeitig machen kann. Es ist meine Superpower", so Klum. Doch was steckt medizinisch hinter ADHS und warum kann sie sich von Mensch zu Mensch so unterschiedlich zeigen? Was ADHS eigentlich ist ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich um eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die meist bereits im Kindesalter beginnt und bei vielen Betroffenen bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Fachleute unterscheiden drei zentrale Kernsymptome: Unaufmerksamkeit: Konzentrationsprobleme, schnelle Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten, Aufgaben zu organisieren oder zu Ende zu bringen Hyperaktivität: starke innere oder äußere Unruhe, Bewegungsdrang, viel Reden Impulsivität: spontane Entscheidungen ohne langes Nachdenken, ungeduldiges Verhalten, Schwierigkeiten, Impulse zu kontrollieren Wie Heidi Klum ihre ADHS erlebt Klum beschreibt sich selbst als "sehr hyperaktiv". Sie könne "tausend unterschiedliche Sachen auf einmal machen" und lade sich immer wieder neue Projekte auf. Genau diese hohe Energie sieht sie als Vorteil für ihren Beruf. Viele Menschen mit ADHS berichten von ähnlichen Erfahrungen: Während die Konzentration bei monotonen Aufgaben schwerfallen kann, gelingt ein intensives Fokussieren auf Themen, die sie begeistern, oft besonders gut. Experten sprechen hier vom sogenannten Hyperfokus. Wichtig ist: ADHS bedeutet nicht automatisch weniger Leistungsfähigkeit. Manche Betroffenen entwickeln eine besonders hohe Kreativität, Ideenreichtum oder Begeisterungsfähigkeit. Diese Eigenschaften können, etwa in kreativen Berufen, sogar zum Erfolgsfaktor werden. Neue Erkenntnisse: ADHS ist womöglich mehr als eine Störung Studie: Diese ADHS-Therapie wirkt und hat keine Nebenwirkungen ADHS beginnt meist schon im Kindesalter Die ersten Anzeichen zeigen sich häufig vor dem sechsten Lebensjahr. Allerdings kann sich ADHS je nach Entwicklungsphase unterschiedlich äußern. Mögliche Symptome bei Babys können starkes Schreien, Schlafprobleme, motorische Unruhe und Schwierigkeiten bei Ernährung oder Beruhigung sein. Typische Anzeichen im Kleinkindalter sind ein auffälliger Bewegungsdrang, geringe Ausdauer beim Spielen sowie häufige Wutanfälle und erste Probleme im Sozialverhalten. Zu ADHS-Symptomen bei Grundschulkindern gehören starke Ablenkbarkeit, Lern- und Konzentrationsprobleme, impulsives Verhalten und Schwierigkeiten, Regeln einzuhalten. Bei Jugendlichen zeigt sich ADHS häufig durch Stimmungsschwankungen, rebellisches oder riskantes Verhalten, geringes Selbstwertgefühl und erhöhte Anfälligkeit für problematische Verhaltensweisen wie Alkohol- oder Drogenkonsum. Wie sich ADHS im Erwachsenenalter zeigt Viele Menschen glauben, ADHS sei eine reine Kinderkrankheit. Tatsächlich bleibt sie bei einem großen Teil der Betroffenen bestehen, allerdings verändern sich die Symptome häufig. Bei Erwachsenen steht weniger die sichtbare Hyperaktivität im Vordergrund. Typischer sind: innere Unruhe oder ständiges "Gedankenrasen" Probleme mit Organisation, Zeitmanagement oder Prioritäten impulsive Entscheidungen Schwierigkeiten, länger bei einer Aufgabe zu bleiben Gleichzeitig berichten viele Erwachsene mit ADHS von besonderen Stärken, etwa hoher Kreativität, Begeisterungsfähigkeit oder einem starken Gerechtigkeitssinn. Wann Betroffene Hilfe suchen sollten ADHS muss nicht zwangsläufig behandelt werden, wenn die Symptome im Alltag keine großen Probleme verursachen. Sobald jedoch Schule, Beruf oder Beziehungen stark beeinträchtigt sind, kann eine Abklärung sinnvoll sein. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Fachärzte oder spezialisierte Psychologen. Je nach Situation können verschiedene Maßnahmen wie Verhaltenstherapie, Coaching oder in manchen Fällen Medikamente helfen. Wichtig ist dabei: Eine Diagnose bedeutet nicht automatisch eine Einschränkung. Viele Betroffene lernen mit der Zeit Strategien, ihre Stärken gezielt einzusetzen. ADHS kann sehr unterschiedlich aussehen Heidi Klum beschreibt ihre ADHS-Eigenschaften als Motor für ihre Karriere. Ihr Beispiel zeigt, dass die Störung nicht nur mit Schwierigkeiten verbunden sein muss. Tatsächlich gilt ADHS heute als sehr vielfältiges neurobiologisches Spektrum, das sich bei jedem Menschen anders äußern kann. Gerade deshalb ist ein differenzierter Blick wichtig: ADHS ist weder eine bloße "Modediagnose" noch ausschließlich ein Defizit.
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