Herzrasen nach dem Essen: Diese Lebensmittel können schuld sein

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Ein voller Teller in entspannter Gesellschaft – und plötzlich rast das Herz. Was dahinterstecken kann und wann Sie zum Arzt gehen sollten. Herzrasen nach dem Essen erleben viele Menschen. Das Gefühl kann erschrecken: Das Herz schlägt schneller, unregelmäßig oder hämmert spürbar im Brustkorb. Oft steckt nur die Verdauung dahinter. Manchmal aber kann es auch ein Warnsignal sein. Herzrasen nach dem Essen: Wie fühlt sich das an? Bei Herzrasen , medizinisch Herzpalpitationen genannt, spüren Betroffene ihren Herzschlag besonders deutlich – etwa als Flattern, Hämmern oder einen unregelmäßigen Rhythmus. Es kann zudem sein, dass sie den starken Herzschlag nicht nur in der Brust spüren, sondern auch im Hals und/oder Nacken. Viele Menschen haben im Laufe des Tages immer wieder einen schnelleren Herzschlag. Das ist in der Regel harmlos. Warum es möglicherweise vielen Menschen nach dem Essen auffällt, liegt daran, dass sie dann kurz nicht abgelenkt sind. Denn ein schnellerer Herzschlag fällt besonders in Ruhe auf, wenn man stillsitzt, sich ausruht oder liegt. Lebensmittel, die das Herz nach dem Essen aus dem Takt bringen Dass es nach dem Essen zu Herzrasen kommt, ist nicht selten. In vielen Fällen hängt das mit der Verdauung zusammen. Folgende Lebensmittel und Inhaltsstoffe können dafür verantwortlich sein. Zuckerreiche oder stark kohlenhydratreiche Speisen können den Blutzucker stark ansteigen lassen – das belastet den Kreislauf. Salzreiche Lebensmittel wie herzhafte Snacks oder Fertigprodukte erhöhen den Blutdruck und können Herzrasen verursachen. Scharfe oder fettreiche Speisen können Sodbrennen und Herzrasen verursachen. Gereifte Lebensmittel wie Käse oder Wurst enthalten Tyramin, ein sogenanntes biogenes Amin, das den Blutdruck steigen lässt und Herzrasen verursachen kann. Schokolade enthält den stimulierenden Inhaltsstoff Theobromin, der die Herzfrequenz erhöhen kann. Geschmacksverstärker wie Glutamat oder stark gewürzte Speisen führen bei empfindlichen Personen ebenfalls zu spürbar stärkerem Herzklopfen. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Energydrinks oder Tee können den Herzschlag beschleunigen. Vor allem empfindliche Menschen können diese Wirkung bereits bei geringen Mengen Koffein verspüren. Bei den meisten Menschen tritt eine Wirkung auf den Herzschlag aber erst bei größeren Mengen auf, etwa mehr als drei Tassen Kaffee am Tag. Alkoholkonsum steigert den Blutdruck und kann zu Vorhofflimmern führen, einer Herzrhythmusstörung. Besonders ältere Menschen und jene mit bereits bestehenden Herzproblemen sind gefährdet. Wie genau Alkoholkonsum und Herzrasen zusammenhängen, erfahren Sie hier. Auch Nahrungsergänzungsmittel spielen eine Rolle: Präparate mit Ginseng, Bitterorange, Weißdorn oder Ephedra (Meerträubel) können den Herzschlag beeinflussen. Aber: Herzrasen nach dem Essen kann auch ein Anzeichen für eine Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit sein. Hier hilft ein Ernährungstagebuch, Regelmäßigkeiten und Zusammenhänge zu bestimmten Lebensmitteln herzustellen. Holiday-Heart-Syndrom : Warum Herzrhythmusstörungen besonders oft in Urlaubszeiten auftreten Medikamente und Herzrasen Neben den Inhaltsstoffen aus Lebensmitteln und Getränken können auch bestimmte Medikamente, die Sie möglicherweise mit dem Essen einnehmen, Herzrasen verursachen. Zu diesen Medikamenten gehören etwa: Medikamente gegen Allergien, Asthma und Erkältungen Antibiotika Diätpillen Medikamente gegen Herzerkrankungen Medikamente gegen Bluthochdruck Insulin Schilddrüsenmedikamente Wann das Herzklopfen nach dem Essen ein Warnzeichen ist Aber nicht immer kommt das Herzklopfen nach dem Essen von harmlosen Ursachen. So kann es auf eine Blutarmut zurückzuführen sein, auch Anämie genannt. Die häufigste Ursache für eine Anämie ist hierzulande ein Eisenmangel , ausgelöst etwa durch eine zu geringe Aufnahme mit der Nahrung, starke Menstruationsblutungen oder bestimmte Bluterkrankungen. Neben Herzrasen treten bei einer Eisenmangelanämie meist weitere Symptome wie Blässe, Müdigkeit oder Erschöpfung auf. Auch ein niedriger Kaliumspiegel ( Hypokaliämie ) kann Herzrhythmusstörungen verursachen – auch nach dem Essen. Denn ein Mangel an dem Mineralstoff kann zu einer gesteigerten Aktivität der Schrittmacher- und Muskelzellen im Herzen führen. Die Folge sind Herzrhythmusstörungen , die sich in Form von Herzstolpern bemerkbar machen. Aber auch hier kommt es meist zu zusätzlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelkrämpfen. Nur selten ist Herzklopfen nach dem Essen das Anzeichen einer Herzerkrankung. Wenn Ihr Herz nach dem Essen allerdings häufig rast, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen. Suchen Sie zudem umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Herzklopfen und Brustschmerzen, Schwindel oder Atemnot verspüren. Was Sie selbst tun können Wer das Herzklopfen nach dem Essen loswerden möchte, kann oft mit einfachen Maßnahmen gegensteuern: Ernährungstagebuch führen : Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten – und was Sie davor gegessen haben. Auf Reizstoffe verzichten : Reduzieren Sie Alkohol, Koffein, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel. Regelmäßige Mahlzeiten helfen, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Ausreichend trinken , um Dehydrierung zu verhindern. Denn auch eine Dehydrierung kann das Herz belasten und aus dem Takt bringen. Stress abbauen : Atemübungen, Yoga oder Meditation können helfen, das Nervensystem und den Herzschlag zu beruhigen. Bewegung in den Alltag einbauen , das stärkt Herz und Kreislauf. Fazit Herzrasen nach dem Essen ist in der Regel kein Grund zur Sorge. Oft sind anregende Inhaltsstoffe aus Lebensmitteln, Getränken oder Medikamenten die Auslöser. Doch wer sich unsicher ist oder zusätzliche Beschwerden verspürt, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn manchmal stecken bestimmte Erkrankungen dahinter. Besonders beim Thema Alkohol gilt: Weniger ist mehr. Denn schon kleine Mengen können das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen.
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