Fast alle Menschen infizieren sich irgendwann im Laufe ihres Lebens mit HPV, häufig sogar mehrfach. Was das bedeuten kann, erfahren Sie hier. Ob verschiedene Warzen oder bestimmte Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs , Peniskrebs und Mund-Rachen-Krebs: Sie alle können durch eine HPV-Infektion entstehen. Nachfolgend erfahren Sie, welche Erreger dahinterstecken, wie sie sich übertragen, welche Folgen eine Ansteckung haben kann und was dagegen hilft. Was ist HPV? HPV steht für Humanes Papillomvirus, kurz HP-Virus. Papillomviren sind Krankheitserreger: Wenn sie etwa durch kleine Risse oder Verletzungen in die Haut oder Schleimhaut eindringen, vermehren sie sich dort im Inneren der Zellen. Das kann zu Entzündungen und zu unterschiedlichen Hautveränderungen führen. Humane Papillomviren sind weltweit verbreitet. Sie kommen nur beim Menschen vor und infizieren sowohl Frauen als auch Männer. Mittlerweile sind über 230 verschiedene HPV-Typen bekannt. Etwas mehr als 40 davon können den Bereich um den After und die Geschlechtsorgane befallen. Wie kommt es zur HPV-Infektion? Humane Papillomviren übertragen sich ausschließlich von Mensch zu Mensch. Die Ansteckung erfolgt fast immer durch direkten Kontakt der Haut und Schleimhäute im Genitalbereich, etwa beim Geschlechtsverkehr. Auch wenn die Mundschleimhaut mit infizierten Hautstellen in Berührung kommt, wie etwa beim Oralverkehr, kann es zur HPV-Infektion kommen. Mitunter gelangen humane Papillomviren auch über Gegenstände von einem Menschen zum anderen: beispielsweise über gemeinsam genutzte Handtücher oder Rasierapparate. Zudem kann eine infizierte Schwangere die HP-Viren während der Geburt auf das Kind übertragen, was jedoch selten passiert. Durch Sperma, Blut oder Speichel sind HPV-Infektionen nicht übertragbar. Ist die Haut oder die Schleimhaut erst einmal mit HPV infiziert, kann selbst gründliches Waschen nichts daran ändern. Die Viren befinden sich dann nämlich in der untersten Haut- oder Schleimhautschicht, wo Wasser und Seife sie nicht mehr erreichen. Wie zeigt sich eine HPV-Infektion? Für gewöhnlich gelingt es dem körpereigenen Abwehrsystem, HP-Viren erfolgreich zu bekämpfen. Daher verursacht eine HPV-Infektion oft keine Symptome und ist nur von recht kurzer Dauer: Mehr als die Hälfte der Fälle heilt auch ohne Behandlung innerhalb von sechs Monaten vollständig. Mitunter macht sich eine HPV-Infektion aber doch bemerkbar. Welche Symptome dann auftreten, hängt vom jeweiligen Virustyp ab. Danach unterteilen Fachleute die HP-Viren in Hochrisiko- und Niedrigrisikotypen. Hochrisikotypen: Potenziell tödlich Anfangs verursachen Infektionen mit HPV-Hochrisikotypen normalerweise keine Symptome. Die Infektionen können aber fortbestehen. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass die Viren zunächst zu Zellveränderungen und Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs führen. Dies kann an verschiedenen Körperstellen passieren. Am häufigsten ist der Gebärmutterhals betroffen: Gebärmutterhalskrebs entsteht fast immer durch HPV. Bis es so weit ist, können jedoch 20 Jahre oder mehr vergehen. Bis sich der Krebs dann bemerkbar macht, kann es noch länger dauern: Wie die ursächliche HPV-Infektion löst auch Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium in der Regel keine Symptome aus. Weitere Körperstellen, an denen eine HPV-Infektion mit Hochrisikotypen eine Krebserkrankung zur Folge haben kann, sind: Vulva, vor allem die Labien (Schamlippen) Vagina Penis After Mund- und Rachenraum Niedrigrisikotypen: Lästig, aber ungefährlich Eine Infektion mit HPV-Niedrigrisikotypen kann sich bereits deutlich früher zeigen. Die Symptome sind aber harmlos: Es handelt sich um gutartige Hautwucherungen in Form von Warzen. Dabei verursachen die verschiedenen Niedrigrisikotypen unter den HP-Viren unterschiedliche Warzentypen, darunter: gewöhnliche Warzen, die sich meist an den Händen und Fingern bilden. Die kleinen erhabenen Knötchen fühlen sich rau an, tun mitunter weh und können leicht verletzt werden oder bluten. Dornwarzen , die durch denselben Virustyp wie die gewöhnlichen Warzen entstehen, aber vorwiegend an den Fersen oder den Fußballen auftreten. Wegen ihrer Lage können sie schmerzhaft sein. Flachwarzen, die kleiner und glatter sind als andere Warzen. Im Kindes- und Jugendalter kommen sie häufiger vor als bei Erwachsenen. Sie können überall am Körper auftreten. Bei Kindern bilden sie sich jedoch überwiegend im Gesicht, bei Männern eher im Bartbereich und bei Frauen eher an den Beinen. Außerdem können bestimmte HP-Viren vom Niedrigrisikotyp zur Entstehung von Warzen im Genitalbereich führen: Solche Genitalwarzen, auch Kondylome oder Feigwarzen genannt , verursachen selten Beschwerden. Gelegentlich sind sie jedoch mit Juckreiz, Brennen oder leichten Schmerzen verbunden. Zudem empfinden viele Betroffene die Hautwucherungen als sehr störend. Bei Neugeborenen kann eine HPV-Infektion im weiteren Verlauf warzenartige Veränderungen in den oberen oder seltener auch den unteren Atemwegen hervorrufen. Fachleute sprechen dann von einer rezidivierenden respiratorischen Papillomatose (RRP). Häufig ist der Kehlkopf (Larynx) betroffen: Solche Larynxpapillome können bei Kindern zu Heiserkeit und Atembeschwerden führen. Was hilft gegen eine HPV-Infektion? Eine gezielt gegen HPV wirkende Therapie gibt es nicht. Sie ist aber oft auch unnötig, da die Mehrzahl aller HPV-Infektionen von allein ausheilt. Allerdings können bestimmte beeinflussbare Faktoren (wie Rauchen) das Risiko, dass eine HPV-Infektion über Jahre fortdauert und im schlimmsten Fall zu Krebs führt, erhöhen. Daher ist es ratsam, solche Risikofaktoren möglichst auszuschalten. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen HPV besteht jedoch darin, sich impfen zu lassen: Die HPV-Impfung verhindert Infektionen mit denjenigen HP-Viren, die für den weitaus größten Teil der durch HPV verursachten Krebserkrankungen verantwortlich sind. Fachleute empfehlen, alle Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV impfen zu lassen. Wer diese Impfung nicht bekommen hat, sollte sie laut den Impfempfehlungen möglichst bis zum 18. Geburtstag nachholen. Die Impfung schützt nicht nur die geimpfte Person selbst, sondern auch deren spätere Partnerinnen und Partner, falls diese ungeimpft sind. Kondome bieten hingegen keinen ausreichenden Schutz vor HPV: Ihre Nutzung kann das Risiko einer Infektion zwar senken, aber nicht sicher verhindern.