Bei einer Hyperakusis werden normal laute Geräusche als übermäßig laut empfunden. Die Überempfindlichkeit ist eine häufige Begleiterscheinung von Tinnitus. Bei einer Geräuschüberempfindlichkeit, medizinisch Hyperakusis genannt, empfinden die Betroffenen Lautstärkepegel, die für die meisten Menschen unproblematisch sind, als übermäßig laut. Die Geräusche können sogar als schmerzhaft wahrgenommen werden. Bei Menschen mit Tinnitus ist eine Hyperakusis keine Seltenheit. Was hilft gegen die Zusatzbelastung? Tinnitus: Geräusche im Ohr Tinnitus ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern ein Symptom einer Störung im hörverarbeitenden System. Häufig sind Lärmschäden, ein Hörsturz oder Schwerhörigkeit die Ursache der Ohrgeräusche. Betroffene nehmen häufig ein Pfeifen, Zischen, Summen, Klingeln, Rauschen oder Klopfen wahr. Die Geräusche treten einzeln oder zusammen auf, sind dauernd oder wiederkehrend wahrnehmbar und können in ihrer Lautstärke variieren. Bei manchen ist ein Ohr betroffen, bei anderen beide Ohren. Tinnitus: Woher das lästige Piepen im Ohr kommen kann Laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. beschreiben Betroffene am häufigsten hohe Pieptöne oder ein monotones, tieferes Rauschen. Bei starker Schwerhörigkeit kann es auch eine Melodie sein. Im Zusammenhang mit einer Schwerhörigkeit wird ein Tinnitus zudem lauter empfunden, da die Geräusche aus der Umwelt leiser werden und weniger ablenken. Akuter Tinnitus und Hyperakusis Ein akuter Tinnitus ist häufig von Schwindel und Hörminderung begleitet, besonders im Zuge eines Hörsturzes. Ebenso reagiert laut dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte in der akuten Phase etwa die Hälfte der Betroffenen übermäßig empfindlich auf laute Umgebungsgeräusche. Hyperakusis ist die Folge einer gestörten Filterfähigkeit des Hörsystems sowie einer niedrigeren Unbehaglichkeitsschwelle. Betroffene können Umgebungsgeräusche nicht nur als sehr unangenehm, sondern sogar als schmerzhaft empfinden. Zusätzlich zum Tinnitus, der als solcher bereits für viele stark belastend ist, kann eine begleitende Hyperakusis die Lebensqualität nochmals erheblich einschränken. Hyperakusis – Geräusche sind eine Qual Laut der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. kann eine Hyperakusis zu sozialer Isolation führen, weil die zusätzliche Geräuschbelastung von den Betroffenen kaum ertragen werden kann. Geschirrklappern, Hämmern, Rumpeln, Verkehrslärm sowie plötzlich unerwartet auftretende Geräusche, etwa ein platzender Luftballon, können zu einer echten Qual werden. Wie die Tinnitus-Liga weiß, können Betroffene in Folge sogar körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen oder auch psychische Erkrankungen wie Angstzustände oder Depressionen entwickeln. Besonders belastend und beängstigend ist es für viele, wenn Tinnitus und Hyperakusis gleichzeitig auftreten. Wenn Tinnitus und Hyperakusis zusammen auftreten Angaben der Tinnitus-Liga zufolge leiden Menschen mit Tinnitus oft auch an Hyperakusis: Die Geräuschempfindlichkeit werde bei über 40 Prozent der Betroffenen beobachtet, wenn gezielt danach gefragt werde beziehungsweise entsprechende audiometrische Untersuchungen gemacht würden. Wie die Tinnitus-Liga betont, ist es für Betroffene wichtig, zu wissen, dass nicht der Tinnitus die Ursache für die Geräuschüberempfindlichkeit ist und umgekehrt auch nicht die Geräuschüberempfindlichkeit die Ursache für den Tinnitus. Beide Symptome können sich aus der gleichen Schädigung im Hörsystem entwickeln und dann einzeln oder gemeinsam auftreten. Hyperakusis behandeln: Was Betroffenen hilft Eine Hyperakusis lässt sich mit zielgerichteten Behandlungsansätzen oft verbessern. Eine Psychotherapie ist empfohlen, da die Geräuschüberempfindlichkeit häufig von Angstzuständen und anderen psychischen Belastungen begleitet ist. Ebenso gehören Hörtherapie und Musiktherapie sowie verschiedene Entspannungstechniken zur Stressbewältigung zu den Behandlungsmöglichkeiten, um den Umgang mit der Geräuschbelastung zu verbessern. Ein Therapiebestandteil ist beispielsweise, dass Betroffene lernen, sich Stück für Stück wieder mehr Geräuschen auszusetzen, und dabei erfahren, dass sie durch verschiedene Bewältigungsstrategien zunehmend besser mit ihnen umgehen können. Ebenso ist die Behandlung des Tinnitus – abhängig von seiner Ursache – Teil des Gesamtkonzepts. Im Falle einer Schwerhörigkeit ist möglicherweise eine Hörhilfe erforderlich.