Kann Stress wirklich eine Gürtelrose auslösen?

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Gürtelrose (Herpes zoster) trifft vor allem ältere und immungeschwächte Personen. Doch auch Stress kann das Risiko für den schmerzhaften Ausschlag erhöhen. Gürtelrose entsteht durch eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Die Viren verbleiben im Körper und können jederzeit wieder aktiv werden. Vor allem ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind betroffen. Doch wer starken Stress hat, ist ebenfalls gefährdet. Warum Stress das Risiko erhöhen kann. Was ist eine Gürtelrose? Eine Gürtelrose (Herpes zoster) entsteht, wenn das Varizella‑Zoster‑Virus (VZV) nach einer früheren Windpocken‑Infektion wieder aktiv wird. Das Virus verbleibt lebenslang in den Nervenknoten und kann sich reaktivieren, wenn die Immunabwehr des Körpers geschwächt ist. Eine Gürtelrose kann sich überall am Körper zeigen. Besonders oft ist der Rumpf oder der Kopf betroffen. Der Begriff "Gürtelrose" deutet das Erscheinungsbild an: Die schmerzhaften, roten gruppierten Bläschen des Hautausschlags entstehen häufig gürtelförmig am Rumpf. Ergänzend zu den starken Schmerzen treten meist Brennen und Juckreiz auf. Auch Kribbeln, Taubheitsgefühle, Abgeschlagenheit und Fieber können hinzukommen. Gürtelrose: Das ist bei der Behandlung zu beachten Langzeitfolgen: Wie eine Gürtelrose das Leben verändert Ist Gürtelrose gefährlich? Bei Verdacht auf eine Gürtelrose ist es wichtig, rasch mit einer ärztlichen Praxis Kontakt aufzunehmen und zu klären, ob eine Behandlung mit Medikamenten notwendig ist, etwa bei einer Gürtelrose im Kopf-Hals-Bereich. Die Gürtelrose birgt gesundheitliche Risiken. Vor allem Ältere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und einen schweren Krankheitsverlauf. Bei Kindern und jungen Menschen verläuft die Erkrankung im Allgemeinen mild. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit ist es möglich, dass die Nervenschmerzen nach dem Abheilen des Hautausschlags fortbestehen. Bei länger als drei Monate anhaltenden Beschwerden sprechen Mediziner von einer Post-Zoster-Neuralgie . Diese tritt bei bis zu 30 Prozent der Erkrankten auf und kann Monate bis Jahre dauern. Gesichtsrose: Wenn Gürtelrose im Gesicht auftritt Tritt die Gürtelrose im Bereich des Auges oder der Ohren auf, können Sehschäden und Hörstörungen auftreten und schlimmstenfalls bestehen bleiben. Ebenso können sich Nervenlähmungen an Armen und Beinen zeigen. Lebensgefährliche Verläufe sind möglich, wenn das Gehirn und weitere Organe betroffen sind. Aktiviert Stress die Varizella-Zoster-Viren? Die Erstinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus wird als "Windpocken" bezeichnet. Nach überstandener Infektion nisten sich die Viren in den Nervenzellen des Gehirns oder des Rückenmarks ein. Dort "schlummern" sie ein Leben lang. Aktiv werden können sie dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dann wandert das Virus über die Nervenbahnen zur Haut. Schätzungen zufolge erkrankt jeder Vierte im Laufe seines Lebens an Gürtelrose. In Deutschland sind dem Bundesministerium für Gesundheit zufolge jährlich mehrere Hunderttausend Menschen betroffen. Zu den Risikofaktoren für eine Reaktivierung des Virus gehören beispielsweise: zunehmendes Lebensalter (ab 50 Jahren) bestimmte Erkrankungen, etwa Krebs, HIV oder bestimmte Autoimmunerkrankungen schwere Operationen Einnahme bestimmter Medikamente, etwa zur Immunsuppression im Rahmen von Krebstherapien, Organtransplantationen oder zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen intensive Sonnenexposition starker Stress und psychische Belastungen In vielen Fällen ist die Ursache nicht genau feststellbar. Risiko Gürtelrose: Was Stress mit dem Körper macht Akuter Stress setzt den Körper in einen Alarmzustand. Er schüttet vermehrt Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Kurzfristig ist das wichtig, um ausreichend Energie zur Verfügung zu haben und Herausforderungen meistern zu können. Dauert Stress länger an, schadet er dem Körper jedoch. Dieser rutscht von der Alarmreaktionsphase über die Widerstandsphase schließlich in die Erschöpfungsphase. Die andauernd zirkulierenden Stresshormone bremsen das Immunsystem aus. Die Abwehrzellen arbeiten weniger effektiv und können sich schlechter vermehren. Auch die Entzündungsregulation gerät aus der Balance. Das Risiko für Infektionen steigt. Schlafmangel, Erschöpfung und psychische Belastungen verstärken diesen Effekt. Kann das Immunsystem keine ausreichende Schutzfunktion mehr aufrechterhalten, kann das Varizella-Zoster-Virus wieder aktiv werden. Gürtelrose vorbeugen – geht das? Stressreduktion kann eine ergänzende vorbeugende Maßnahme sein. Die beste Vorbeugung ist allerdings die Impfung gegen Gürtelrose . Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung: allen Personen ab 60 Jahren. allen Personen ab 18 Jahren, deren Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise durch Krankheit, nach Knochenmarks- oder Organtransplantation, bei immunsuppressiver Therapie. allen Personen ab 18 Jahren mit einer schweren Ausprägung einer Grunderkrankung, wie beispielsweise chronischen Erkrankungen der Lunge (COPD), Asthma bronchiale, chronischen Erkrankungen der Nieren oder des Darmes, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes oder Diabetes mellitus. Der Totimpfstoff gegen Gürtelrose wird in der Regel zweimal im Abstand von mindestens zwei und maximal sechs Monaten geimpft. Dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit zufolge beträgt ab dem Alter von 50 Jahren die Wirksamkeit der Impfung zum Schutz vor Herpes zoster 92 Prozent und zum Schutz vor Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) 82 Prozent. Der Schutz nimmt mit zunehmendem Alter leicht ab.
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