Wir benutzen es täglich, und Dutzende Rollen im Jahr: Toilettenpapier. Doch rund um das Klopapier und die Intimpflege lässt sich einiges falsch machen. Durchschnittlich 134 Rollen Toilettenpapier verbraucht jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Nach wie vor beliebt ist die feuchte Variante. Viele Verbraucher empfinden die Reinigung der zarten Analregion mit feuchtem Toilettenpapier als sanfter und pflegender. Doch Vorsicht: Die zugesetzten Duftstoffe, Konservierungs- und Feuchthaltemittel können die Haut unnötig reizen – und sogar Allergien auslösen. Feuchtes Toilettenpapier birgt Risiken Hautärztin Uta Schlossberger erklärt: "Heutzutage reagieren viele Menschen empfindlich auf Duft- und Konservierungsstoffe. Immer mehr entwickeln Allergien." Laut der Expertin beginnt eine allergische Reaktion mit einer einfachen Rötung. Zudem kann Juckreiz auftreten. "Wenn die Allergie stärker wird, bilden sich häufig auch Bläschen. Es entstehen offene Stellen, die sich dann weiter ausbreiten, entzünden und bluten können." In der Intimzone ist weniger mehr Die Dermatologin rät, insbesondere in der empfindlichen Intimzone besser auf Zusätze jeglicher Art zu verzichten. In Verbindung mit Feuchtigkeit und Wärme könnten die chemischen Stoffe zusätzlich reizend wirken. Vor allem Patienten, die bereits Probleme hätten, etwa mit einem Hämorrhoidalleiden , sollten besser die Finger von dem feuchten Papier lassen. "Vergrößerte Hämorrhoiden sind eine sehr häufige Erkrankung", so Schlossberger. "Die Symptome können Betroffene stark belasten, darunter Juckreiz, Brennen, Nässen und Blutungen während oder kurz nach dem Stuhlgang . Eine sorgfältige, aber sanfte Toilettenhygiene ist dann besonders wichtig." Mehr erfahren: Sieben typische Symptome für vergrößerte Hämorrhoiden Sensitiv ist nicht gleich hautverträglich Vorsicht geboten ist laut der Hautärztin auch bei Bezeichnungen wie "sensitiv" oder "pflegend" auf der Verpackung – egal ob bei feuchtem oder trockenem Papier. In diesen Produkten seien ebenfalls häufig Konservierungsstoffe und andere Zusätze zu finden, welche die empfindliche Afterregion reizen können. "Das liegt daran, dass die Begriffe 'sensitiv' oder 'pflegend' an keinerlei rechtliche Auflagen gebunden sind, die Herstellern die Zugabe von bestimmten Inhaltsstoffen verbieten", erklärt die Dermatologin. Toilettenpapier sollte weich sein Für die Analregion eignet sich normales Toilettenpapier ohne Zusätze am besten. Hauptsache, das Papier ist angenehm weich, sodass die mechanische Reizung möglichst gering ist. "Vorsichtig abtupfen ist besser als reiben. Das sollte man unbedingt vermeiden", betont Schlossberger. Intimreinigung: Wasser reicht Die allerbeste Art, den Intimbereich zu säubern, ist der Expertin zufolge klares Wasser, idealerweise lauwarm. "Alles, was Sie an dieser Stelle loswerden wollen, ist wasserlöslich", so Schlossberger. Besonders sanft und gründlich sind Bidets. Wer keines hat, kann alternativ etwas Wasser auf das Toilettenpapier geben und sanft abwischen. Damit das Papier nicht reißt, dürfen es ein paar Lagen mehr sein. Finger weg von Seife und Cremes Seife ist laut der Hautexpertin an der empfindlichen Hautpartie tabu. Die intensive Reinigung trocknet die zarte Haut aus und kann kleine Verletzungen begünstigen. Daraus kann sich eine Entzündung, etwa ein Analekzem, entwickeln. Von gesonderten Pflegemaßnahmen, beispielsweise in Form von Lotionen oder Salben, rät die Hautärztin ebenfalls ab. Weniger ist hier mehr. Cremes, etwa mit dem Wirkstoff Zink, seien nur dann sinnvoll, wenn Juckreiz auftrete, etwa durch ein Ekzem oder Hämorrhoiden. "Dann sollten Sie aber nicht einfach drauflos schmieren, sondern von einem Arzt abklären lassen, woher die Beschwerden kommen und welches Präparat in Ihrem Fall hilft." Vaseline am Po ist ein No-Go Ein absolutes No-Go am Po ist Vaseline: "Auf keinen Fall Vaseline nehmen. Sie deckt die Haut nur ab und zieht nicht in diese ein. Dadurch entsteht im Afterbereich ein dauerhaft feuchtes Milieu. Juckreiz und Entzündungen können begünstigt beziehungsweise verschlimmert werden", sagt die Dermatologin. Die richtige Unterwäsche schützt den Po Doch nicht nur die richtige Analhygiene, sondern auch die Wahl der Unterwäsche kann Reizungen am After vorbeugen. Synthetische Stoffe oder Strings sind für die empfindliche Region weniger gut geeignet. Sie fördern ein feuchtes Milieu. Quillt die Haut auf, wird sie angreifbarer und empfindlicher – letzten Endes auch gegenüber Toilettenpapier. "Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle. Das ist die beste Wahl. Sie ist atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit gut auf und trocknet zudem gut. Ein trockenes Klima beugt Juckreiz, Reizungen und Wundsein vor", sagt Schlossberger.