Marius Borg Høiby: Prozess-Finale – das fordert seine Verteidigung jetzt

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Vergewaltigung, Missbrauch, Drogen: Der Prozess gegen Marius Borg Høiby brachte viele schwerwiegende Vorwürfe ans Licht. Doch seine Anwälte fordern Milde. Fast sieben Wochen lang sind in Oslo über Dutzende Vorwürfe gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit verhandelt worden. Am Donnerstag lieferte die Verteidigung von Marius Borg Høiby ihr Plädoyer ab. Letztlich forderte Ellen Holager Andenæs 1 Jahr und 6 Monate Haft. "Ich denke, dass die Gesamtstrafe für die eingeräumten Taten – unter Berücksichtigung der von der Staatsanwaltschaft dargelegten Grundsätze zur Bewertung mehrerer Straftaten – im Bereich von etwa einem Jahr und sechs Monaten liegt. Dabei gehe ich davon aus, dass auch die Verkehrsverstöße und die kleineren Delikte das Strafmaß etwas nach oben ziehen", begründete sie die Entscheidung. Die geforderte Strafe setzt sich wie folgt zusammen: Für die Gewaltnacht am 4. August 2024, in der er seine Ex-Freundin attackiert haben soll, forderte sie eine Haftstrafe von etwa acht Monaten. Für Drogendelikte wiederum etwa zehn Monate. Mette-Marits Sohn drohen Jahre hinter Gittern: Staatsanwalt fordert harte Strafe im Høiby-Prozess Schon zuvor hatte Verteidiger Petar Sekulic versucht, Høibys Weste möglichst reinzuwaschen. "Es gibt keine Beweise, die dafür sprechen, dass Marius für die Vergewaltigungen verurteilt werden kann", sagte er der Zeitung "Verdens Gang" zufolge am Donnerstag. "In keinem der vier Fälle." Die Verteidigung sieht es demnach nicht als erwiesen an, dass Marius Borg Høiby vier Frauen vergewaltigt hat, und auch die Videos von den Taten seien keine eindeutigen Beweise. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch eine lange Haftstrafe für den 29-jährigen Angeklagten gefordert: Demnach soll Høiby für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gitter. Die Zeit, die er bereits in Untersuchungshaft verbracht hat – laut Staatsanwaltschaft bislang 63 Tage –, soll von der Strafe abgezogen werden. Außerdem verlangte die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem gleichnamigen Osloer Stadtteil "Frogner-Frau" nennen. Ein Vorfall in ihrer Wohnung hatte die Ermittlungen gegen Mette-Marits Sohn im August 2024 ins Rollen gebracht. Auf sie beziehen sich 20 der 40 Anklagepunkte. Die Frau sowie eine weitere Ex-Freundin werfen Høiby unter anderem häusliche Gewalt vor. Außerdem ist er in vier Fällen wegen Vergewaltigung nach norwegischem Recht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Høiby die Frauen vergewaltigt hat, während sie schliefen oder bewusstlos waren. Er soll sie zudem ohne ihr Wissen bei den mutmaßlichen Taten gefilmt haben. Überdies werden dem Norweger mehrere Drogen- und Verkehrsdelikte zur Last gelegt. Staatsanwalt Sturla Henriksbø fordert eine Verurteilung in 39 Anklagepunkten. Alle mutmaßlichen Opfer haben im Prozess ausgesagt. Ihre Anwälte forderten am Mittwoch Entschädigungen in Höhe von umgerechnet rund 177.000 Euro. Die Verteidigung hielt dagegen: Eindeutige Beweise gebe es nicht, es stehe Aussage gegen Aussage. Überdies versuchte Høibys Anwalt, die Zugehörigkeit zur Königsfamilie als Entlastung anzuführen. Es habe "Zehntausende Artikel" gegeben, und "die Presse hat ihn überall gejagt, sogar bis in die Anwaltskanzlei hinein". Dieser Medienrummel sei für Høiby zur enormen Belastung geworden.
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