13 Menschen sterben bei einem Hochhausbrand, nach vielen Jahren gibt es immer noch Ungereimtheiten bei den Ermittlungen. Der jüngste "Tatort" ist näher an der Realität, als man glauben mag. "Fackel" ist bereits der dritte Fall des noch recht neuen Frankfurter "Tatort"-Teams. Im Herbst 2025 übernahm das Duo am Main, bestehend aus der iranischstämmigen Kommissarin Maryam Azadi sowie dem in Bosnien geborenen Ermittler Hamza Kulina. Zuvor hatten sich die Vorgänger Janneke und Brix, gespielt von Margarita Broich und Wolfram Koch, nach fast zehn Jahren verabschiedet. Die Regie für diese in weiten Teilen spannende und sehenswerte "Tatort"-Folge führte Rick Ostermann. Das Buch schrieben Sebastian Heeg sowie Schauspieler Tom Schilling ("Oh Boy", "Achtsam Morden"). Der aktuelle Film lehne sich lose an reale Ereignisse an, konkret an das tragische Geschehen rund um den Brand im Londoner Grenfell Tower, erklären die Macher. Hochhausbrand löst Fragen aus: Lohnt sich der neue "Tatort" aus Frankfurt? Nach Vorwürfen gegen den Schauspieler: MDR prüft "Tatort"-Ausstrahlung mit Christian Ulmen In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni 2017 kam es zu einem folgenschweren Brand in dem 24-geschossigen Wohnhochhaus im Stadtviertel North Kensington. Der Bau wurde 1974 fertiggestellt und 2015/16 zu einem modernisierten Sozialwohnungsobjekt ausgebaut. Das Haus brannte weitestgehend aus. 72 Menschen starben. "Uns ging es dabei nicht um eine direkte Nacherzählung oder um eine 1:1 -Adaption, sondern um die emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen solcher Katastrophen", sagt Regisseur Ostermann. Da seien die Fragen nach Verantwortung, Versäumnissen, Verdrängung und den Folgen für die Betroffenen. Reale Hintergründe seien als thematische Inspiration genutzt worden. Ostermann betont aber auch: "Die konkrete Handlung, Figuren und der Kriminalfall bleiben jedoch fiktional." Insgesamt nimmt die Geschichte manche Wendung und gipfelt in einem hochdramatischen Ende – ob es dieses gebraucht hat, ist Geschmacksache. Gleich der erste Fall "Dunkelheit" über einen Serienmörder, der ein nahezu perfektes Doppelleben geführt zu haben scheint, überzeugte die Kritiker. Erst in der vergangenen Woche wurde verkündet, dass der im Oktober 2025 ausgestrahlte Film mit dem Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion" ausgezeichnet wird. Auch in seinem jüngsten Fall kann das Ermittlerduo wieder überzeugen. Besonders mit dem ruhigen und vertrauten Zusammenspiel von Azadi und Kulina kann der neue "Tatort" punkten. Das ist aber auch kaum verwunderlich: Die beiden Schauspieler sind längst ein eingespieltes Team, denn Foroutan und Hasanovic kennen sich seit vielen Jahren. "Wir verstehen uns blind", hatte Hasanovic einmal gesagt. Ein Markenzeichen des neuen Frankfurter "Tatorts" ist, dass sich die beiden auf Cold Cases spezialisieren, also auf ungeklärte Mordfälle und Tötungsdelikte aus der Vergangenheit. Teilen Sie Ihre Meinung mit Wie gefiel Ihnen dieser "Tatort"? Schreiben Sie eine E-Mail an
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