Immer mehr Menschen erkranken an Parkinson. Das liegt nicht nur daran, dass wir immer älter werden. Auch bestimmte Vorerkrankungen und der Lebensstil spielen eine große Rolle. Die Zahl der Menschen, die an Parkinson erkranken, steigt schneller, als es der demografische Wandel allein erklären kann. Darauf machen die Initiativen der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN) zum heutigen Welt-Parkinson-Tag aufmerksam. Ihnen zufolge gibt es eine Gruppe von Menschen, die ein hohes Risiko für die neurodegenerative Erkrankung hat, meist ohne es zu wissen: Diabetiker. Doch es gibt eine Maßnahme, die gleich vor beiden Krankheiten schützen kann, erklären die Experten. Diabetiker haben knapp 30 Prozent höheres Risiko für Parkinson Den Experten zufolge zeigen verschiedene Studien, dass Menschen mit Diabetes mellitus ein höheres Risiko haben, an Parkinson zu erkranken. Eine Metaanalyse von 15 Kohortenstudien mit insgesamt 29,9 Millionen Personen kam zu dem Ergebnis, dass Diabetes mellitus mit einem etwa 27 Prozent höheren relativen Risiko für Parkinson verbunden ist, und selbst für Prädiabetes – die Vorstufe des Typ-2-Diabetes – zeigte sich ein kleiner, aber messbarer Risikoanstieg. Warum das so ist, versucht die Forschung derzeit herauszufinden. Vermutungen sind etwa, dass die erhöhten Zuckerkonzentrationen im Gehirn und im Blut von Diabetikern und Prädiabetikern bestimmte Proteine verändern, was sich auf die Nervenzellen auswirkt und zur Entstehung von Parkinson beitragen kann. Auch chronische Entzündungen, oxidativer Stress und Störungen des zellulären Energiehaushalts spielen wahrscheinlich eine Rolle. Neue Studie zeigt : Wer so schläft, schädigt sein Gehirn Forscher entdecken : Diese sechs Symptome gelten als Demenz-Vorboten Frühe Parkinson-Warnzeichen ernst nehmen Parkinson beginnt meist unauffällig. Viele Betroffene fühlen sich zunächst müde, zittrig oder langsamer als früher. Auch Veränderungen im Verhalten können erste Hinweise sein: Manche sprechen leiser, reagieren gereizter oder ziehen sich zurück. Typisch ist zudem eine kleinere, verkrampfte Handschrift. Mit der Zeit nehmen körperliche Beschwerden zu. Bewegungen fallen schwerer, die Mimik wirkt starrer und alltägliche Aufgaben dauern länger. Auch Schmerzen im Nacken, Rücken oder in den Gliedmaßen können auftreten. Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte sie frühzeitig ärztlich abklären lassen. Mehr Informationen zu den ersten Anzeichen von Parkinson finden Sie hier . Bestimmte Ernährung hilft bei beiden Krankheiten Auch wenn die Wissenschaft den Zusammenhang noch nicht vollständig erklären kann, gibt es eine Maßnahme, die anscheinend vor beiden Erkrankungen schützen kann, so die DANK-Experten: die mediterrane Ernährung. So zeigen zahlreiche Studien, dass eine mediterrane Ernährung mit einem geringeren Risiko für Parkinson sowie einer niedrigeren Symptomlast bei bereits Erkrankten einhergeht. Zudem konnte in mehreren Studien gezeigt werden, dass die traditionell mediterrane Ernährung im Vergleich zu anderen Ernährungsformen den Nüchternblutzuckerspiegel und die Blutfettwerte besonders positiv beeinflusst, den Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) und Blutdruck verbesserte und das Körpergewicht verringerte. Die mediterrane Ernährung, auch Mittelmeerernährung genannt, basiert auf einer pflanzenbetonten Mischkost mit viel frischem Gemüse und Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Olivenöl und Fisch. Milchprodukte wie Käse und Joghurt sowie gegebenenfalls auch Rotwein gibt es in Maßen, während Fleisch sowie stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel nur selten auf dem Speiseplan stehen. Einfacher gesünder essen : Die besten Airfryer-Rezepte für eine für mediterrane Ernährung Herz und Gehirn profitieren : Mediterrane Ernährung senkt das Schlaganfallrisiko deutlich Diabeteszahlen steigen und erfordern weitere Maßnahmen Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erkranken in Deutschland jährlich rund 450.000 Menschen neu an Diabetes, etwa 9,3 Millionen leben derzeit mit der Erkrankung. Bis 2040 könnte die Zahl der Betroffenen auf 12,3 Millionen steigen. DGN-Präsidentin Daniela Berg erklärt: "Angesichts dieser Entwicklung müssen wir auch das damit einhergehende erhöhte Parkinson-Risiko in den Blick nehmen und stärker für eine gesunde Ernährung sensibilisieren. Diabetes-Prävention ist letztlich auch Parkinson-Prävention." Barbara Bitzer, Sprecherin der DANK und Geschäftsführerin der DDG ergänzt: "Nichtübertragbare Krankheiten sind weiterhin auf dem Vormarsch. Mit Appellen an die Eigenverantwortung, Bildungsangeboten und Aufklärung allein können wir diesem drohenden Tsunami nicht begegnen. Wir brauchen eine verantwortungsvolle Präventionspolitik, die mutig und unideologisch Reformen anpackt. Dazu zählt auch eine nach Zuckergehalt gestaffelte Zuckersteuer nach britischem Vorbild , wie sie die Finanzkommission Gesundheit kürzlich auch empfohlen hat."