Im Alter macht die Prostata oft Probleme. Gutartige Vergrößerung oder Krebs – welche Bereiche der Vorsteherdrüse besonders anfällig sind. Die Prostata ist für die männliche Gesundheit von zentraler Bedeutung. Mit zunehmendem Alter verursacht sie häufig Beschwerden. Probleme beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und ungewollter Harnverlust sind nur ein paar Beispiele. Bestimmte Bereiche der Prostata sind besonders anfällig für Veränderungen. Beispielsweise tritt in der peripheren Zone gehäuft Krebs auf. Was Männer über die fünf Zonen der Prostata wissen sollten. Was ist die Prostata? Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine etwa kastaniengroße Drüse. Sie liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Die Prostata besteht aus Drüsengewebe, glatter Muskulatur und einer festen Bindegewebekapsel. Sie wiegt zwischen 20 und 25 Gramm. Ihre Hauptaufgabe ist die Bildung von saurem Sekret, das die Beweglichkeit der Spermien unterstützt. Die Geschlechtsdrüse ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil für die Fruchtbarkeit des Mannes. Häufige Prostataprobleme im Alter Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Prostatabeschwerden. Zu den häufigsten Erkrankungen der Vorsteherdrüse gehören die gutartige Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie , BPH), die Prostataentzündung (Prostatitis) und Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI) lag die Zahl der Neuerkrankungen im Jahr 2022 bei rund 74.895 Fällen. Symptome einer kranken Prostata Eine kranke Prostata macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar. Zu den häufigen Beschwerden gehören: erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen schwacher Harnstrahl häufiger nächtlicher Harndrang ungewollter Harnverlust Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit Druckgefühle und Schmerzen im Beckenbereich Bei diesen Symptomen sowie anderen urogenitalen Beschwerden sollten Männer einen Urologen aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Die fünf Zonen der Prostata: Unterteilung nach McNeal Ärzte unterteilen die Prostata in verschiedene Bereiche. Die anatomische Aufteilung der Prostata ist wichtig für die Zuordnung von Befunden und Gewebeproben. Klinisch wird die Zoneneinteilung nach McNeal bevorzugt. Der US-amerikanische Pathologe John E. McNeal teilte die Prostata in fünf funktionelle Zonen auf: 1. Periurethrale Mantelzone: Umgibt unmittelbar die Harnröhre. 2. Anteriore Zone: Vordere Prostata. Befindet sich auf der vorderen Seite der Harnröhre. Besteht hauptsächlich aus Muskulatur und Bindegewebe. 3. Transitionszone: Übergangszone. Ein kleiner Bereich vor und seitlich der Harnröhre. 4. Zentrale Zone: Keilförmige Innenzone. Macht 25 Prozent des Organvolumens aus. Hier laufen die Spritzkanälchen hindurch. 5. Periphere Zone: Außenzone. Befindet sich hauptsächlich an der Hinterseite und den Seiten. Macht mit 70 Prozent den größten Teil des Prostatavolumens aus. Liegt der bindegewebigen Kapsel an. Die zwei Schwachstellen der Prostata Die fünf Zonen der Prostata unterscheiden sich in ihrer Krankheitsanfälligkeit. Besonders zwei Zonen gelten als anfällig für krankhafte Veränderungen: die periphere Zone und die Transitionszone. Die Transitionszone vergrößert sich im Laufe des Lebens aufgrund hormoneller Veränderungen. Dieses Wachstum ist gutartig und führt zur benignen Prostatahyperplasie. Die Harnröhre wird eingeengt und es können Probleme beim Wasserlassen auftreten, etwa ein abgeschwächter Harnstrahl und Nachträufeln nach dem Wasserlassen. In der peripheren Zone entstehen die meisten Prostatakarzinome. Prostatakrebs kann unterschiedlich verlaufen. Während manche Tumoren klein sind und nur langsam wachsen, breiten sich andere rasch aus. Eine Untersuchung der Tumorzellen zeigt, wie aggressiv der Krebs ist. Prostatakrebs lässt sich meist gut behandeln und gehört zu den Krebsarten mit den größten Heilungschancen. Je früher der Krebs erkannt und therapiert wird, desto besser ist die Prognose. Früherkennungsuntersuchungen kommt hierbei eine wichtige Rolle zu, denn: Im frühen Stadium verursacht der Tumor in der Regel keine Beschwerden. Früherkennung von Prostatakrebs Männern werden zwei Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs angeboten: die jährliche Tastuntersuchung der Prostata ab 45 Jahren sowie der PSA-Test (Blutuntersuchung auf das Prostata-spezifische Antigen). Die Tastuntersuchung ist eine Kassenleistung. Der PSA-Test ist eine Selbstzahlerleistung und kostet um die 35 Euro. Bei der digital-rektalen Untersuchung tastet der Arzt die Prostata mit dem Finger über den Enddarm ab. Ein Nutzen der Tastuntersuchung ist nicht nachgewiesen. Laut Studien ist die digital-rektale Untersuchung eher ungenau. Angaben des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zufolge wird mit einer Tastuntersuchung nur eines von drei vorhandenen Prostatakarzinomen entdeckt. Der Arzt kann in aller Regel nur Tumoren ertasten, die bereits eine gewisse Größe erreicht haben. Doch dann ist der Krebs meist nicht mehr im Frühstadium. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) empfehlen die Früherkennung basierend auf dem PSA-Test. Über eine Blutprobe wird die Menge des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) ermittelt. Ein erhöhter PSA-Wert gibt Hinweise auf eine kranke Prostata. So kann der Wert bei einer Prostataentzündung deutlich erhöht sein. Auch bei Prostatakrebs ist dieses Eiweiß in größeren Mengen nachweisbar. Allerdings stehen den Vorteilen des PSA-Tests auch Nachteile gegenüber, etwa Überdiagnosen und Überbehandlung. Männer sollten sich ausreichend informieren, bevor sie sich für oder gegen eine Früherkennungsuntersuchung entscheiden.