Schlafapnoe und Schnarchen: Schlafstörungen führen zu schnellerem Altern

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Schlafprobleme wie Schlafapnoe stören nicht nur die nächtliche Ruhe. Eine neue Untersuchung zeigt auch einen Zusammenhang mit einer beschleunigten Gefäßalterung. Schlafapnoe gilt schon länger als möglicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine neue internationale Studie deutet nun darauf hin, dass vor allem eine stärkere und schwankende Ausprägung der Erkrankung die Alterung der Blutgefäße beschleunigen kann. Ein Forschungsteam wertete Daten von 29.653 Erwachsenen aus 20 Ländern aus. Die Teilnehmer nutzten zu Hause digitale Geräte: einen Sensor unter der Matratze, der Schlafapnoe und Schnarchen erfasste, sowie eine smarte Waage, die die sogenannte Pulswellengeschwindigkeit (PWV) maß. Pulswellengeschwindigkeit zeigt Zustand der Gefäße Die Pulswellengeschwindigkeit beschreibt, wie schnell sich eine Druckwelle des Blutes durch die Arterien bewegt. Je höher dieser Wert ist, desto steifer sind die Gefäße. Steife Arterien gelten als Hinweis auf Gefäßalterung und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 52 Jahre alt, der Body-Mass-Index (BMI) lag bei 27,3 (entspricht Übergewicht). Etwa 84 Prozent waren Männer. Optimale Dauer: Wie lange Sie mit 60 Jahren schlafen sollten Zahlen überraschen: So oft gehen die Deutschen zum Arzt Schwere Schlafapnoe ging mit steiferen Arterien einher Über einen Beobachtungszeitraum von rund vier Jahren zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Je stärker die Schlafapnoe ausgeprägt war, desto höher lag auch die Pulswellengeschwindigkeit. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst wenn Alter, Geschlecht und Körpergewicht berücksichtigt wurden. Auch schwankende Atemstörungen können riskant sein Besonders auffällig war ein weiteres Ergebnis: Menschen mit milder Schlafapnoe, bei denen die Atemstörungen stark von Nacht zu Nacht schwankten, zeigten ähnliche PWV-Werte wie Personen mit schwerer Schlafapnoe. Das deutet darauf hin, dass nicht nur die durchschnittliche Stärke der Erkrankung, sondern auch ihre Variabilität eine Rolle für das Herz-Kreislauf-Risiko spielen könnte. Auch starkes Schnarchen stand unabhängig von der Schwere der Schlafapnoe mit höheren PWV-Werten in Zusammenhang. Damit könnte Schnarchen selbst ein Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko sein. Digitale Geräte könnten Risiken früher erkennen Die Forscher betonen, dass Messungen über mehrere Nächte wichtige Informationen liefern können. Klassische Schlafuntersuchungen im Schlaflabor erfassen häufig nur eine einzige Nacht und könnten daher Schwankungen übersehen. Digitale Geräte für die Nutzung zu Hause könnten deshalb künftig helfen, Schlafapnoe und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen genauer zu erfassen. Allerdings gilt für die Studie auch eine Einschränkung: Sie zeigt lediglich einen Zusammenhang, kann aber keinen direkten Ursache-Wirkungs-Beweis liefern. Außerdem bestand die untersuchte Gruppe überwiegend aus Männern, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse begrenzen könnte.
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