Ein beliebtes Hausmittel gegen Mitesser und Pickel ist Kamille, aber hilft es wirklich? Hier gibt's die Antwort. Pickel und Mitesser entstehen durch verstopfte und entzündete Poren. Akne wird gern als Erkrankung der Jugend bezeichnet, trifft aber auch Erwachsene. Selbst Nichtbetroffene können gelegentlich unter Pickeln und unreiner Haut leiden. Viele schwören auf Kamille gegen das Problem. Stimmt das? Wie wirkt Kamille gegen Pickel? Kamille oder auch Matricaria chamomilla ist eine traditionelle Heilpflanze, der eine effektive Wirkung bei Pickeln und Akne nachgesagt wird. Die Wirkung soll auf entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften beruhen. In Kamille sind Wirkstoffe wie Chamazulen und a-Bisabololoxide enthalten, die einen Einfluss auf Schwellungen und Rötungen haben können. Flavonoide der Pflanze sollen gegen Bakterien wie das Propionibacterium acnes kämpfen, das für Akne verantwortlich ist. Antioxidative Verbindungen der Kamille schützen die Hautzellen vor oxidativem Stress. Dieser ist für die Verstopfung von Poren verantwortlich und kann Mitesser fördern. Auf der Haut genutzt, soll Kamille die Hautbarriere stärken und die Heilung unterstützen. Bei leichter bis mittlerer Akne kann Kamille eine sanfte Linderung bringen. Was sagt die Wissenschaft zur Wirkung? Die positiven Effekte von Kamille untermauern einige wissenschaftliche Studien, die Evidenz ist bislang aber begrenzt. 2019 wurde im Rahmen einer Untersuchung ein Kamille-Extrakt mit Myrte und Walnuss gegen Akne eingesetzt. Es zeigte sich eine starke antibakterielle Wirkung mit Entzündungshemmung. Eine Studie von 2021 mit 20 Frauen bewies, dass ein fünfprozentiges Kamille-Gel mit rotem LED-Licht den Entzündungsgrad signifikant senken konnte. Die Ergebnisse wurden anhand der Läsionen ermittelt. In einer umfassenden Übersicht von 2022 wurde für Kamille ein breites Spektrum an Wirkungen bestätigt. Mehr als 120 Inhaltsstoffe der Pflanze können demnach antibakteriell, antifungizid und antioxidativ wirken und werden traditionell gegen Hautinfektionen eingesetzt. Lesen Sie auch: Leinöl: So wirkt es auf die Haut Natürliche Hilfe bei Stichen: Gegen Juckreiz: Helfen Kräuter bei Insektenstichen? So kann man Kamille gegen Pickel anwenden Kamille lässt sich einfach in die Pflegeroutine integrieren. Der einfachste Weg ist die Herstellung eines klassischen Kamillentees, den man einem Wattepad auf die Haut aufträgt. Nach einer Einwirkzeit von etwa 15 Minuten kann die gewohnte Pflegeroutine fortgesetzt werden. Im Handel gibt es außerdem fertige Kamille-Gels und Cremes mit zwei bis fünf Prozent Extrakt, die sich für direktes Auftragen und die tägliche Hautpflege eignen. Eine dritte Option ist ein Dampfbad. Hierfür einfach einen Kamillentee kochen und den Kopf zehn Minuten mit einem Handtuch abgedeckt über die Schüssel halten. Die Poren öffnen sich und ermöglichen eine sanfte Reinigung. Es bietet sich zudem an, die Haut nach dem Dampfbad mit Aloe Vera zu behandeln.