Stressflecken im Gesicht: Wie die Rötungen entstehen und was hilft

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Stressflecken sind plötzlich auftretende, rötliche Hautverfärbungen. Betroffen ist meist das Gesicht. Woher die Rötung kommt – und was helfen kann. Unter Stress und körperlicher Anspannung, aber auch bei Hitze oder nach dem Trinken von Alkohol schießt vielen Menschen die Röte ins Gesicht. Vor allem die Wangen und die Nase sind betroffen. Häufig wirkt die Veränderung der gestressten Haut fleckig – was ihr den Namen "Stressflecken" beschert hat. Doch was genau steckt hinter der Rötung? Was sind Stressflecken? Stressflecken, auch "hektische Flecken" oder "Flush" genannt, sind eine anfallsartig auftretende Rötung der Haut. Diese tritt vor allem als Reaktionen der Haut auf Stress auf. Das können psychische Herausforderungen, aber auch physische Belastungen sein. Meist röten sich Wangen und Nase. Hals und Dekolleté sind ebenfalls häufig betroffen. Oft ist es emotionaler Stress, der mit Gefühlen wie Scham, Wut, Angst oder Unsicherheit verbunden ist, der Stressflecken entstehen lässt. Doch auch äußere Stressoren, beispielsweise Hitze, UV-Licht sowie dem Körper zugeführte Reizstoffe, etwa scharfe Gewürze, Rauchen und Alkohol, lassen bei vielen Menschen die Haut mit Rötungen reagieren. Was Stress mit der Haut macht Unter Stress schüttet der Körper Stresshormone aus, darunter Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. Die ausgeschütteten Stresshormone bewirken unter anderem, dass sich die Blutgefäße für eine bessere Durchblutung weit stellen. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Ebenso können Stresshormone eine leichte Entzündungsreaktion der Haut auslösen. Die Stressreaktion des Körpers zeigt sich auf der Haut als Rötung, Hitzegefühl und Schwitzen. Manche Menschen sind anfälliger für Stressflecken als andere. In den meisten Fällen sind die Hautrötungen harmlos und klingen wieder ab, wenn die Belastung nachlässt. Manchmal können die Rötungen aber auch auf eine dermatologische Krankheit hindeuten. Hinweise sind beispielsweise Juckreiz, Trockenheit, Bläschenbildung und Pickel. Wenn unter Stress Akne schlimmer wird Viele Akne-Betroffene kennen es: Unter Stress blühen plötzlich verstärkt Pickel auf und die Haut rötet sich. Hier spielt ergänzend zu der gesteigerten Durchblutung eine erhöhte Talgproduktion eine Rolle. Unter Stress sind die Talgdrüsen oft aktiver und bilden mehr Fett, was unreine Haut begünstigt. Die Talgmenge kann zudem durch anregende Substanzen wie Koffein in Kaffee und Energiedrinks, Teein in Grüntee und Schwarztee sowie durch Alkohol stimuliert werden. Da viele Menschen gerade unter Stress vermehrt zu diesen Getränken greifen, ist ein schlechteres Hautbild keine seltene Folge. Ständig Stressflecken und rote Wangen? An Rosazea denken Wer ständig rote Wangen, Hitzegefühl im Gesicht und sichtbare Äderchen hat, zeigt Hinweise auf die chronisch-entzündliche Hauterkrankung Rosazea . Je nach Ausprägung können Pickel, Pusteln, Juckreiz und eine Verdickung der Haut hinzukommen. Auch eine entzündliche Augenbeteiligung, etwa in Form von trockenen, brennenden und geröteten Augen, ist möglich. Bei Rosazea spielen mehrere Faktoren zusammen: Familiäre Veranlagung: Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung wird oft von den Eltern vererbt. Veränderung der Gefäßregulation: Die Blutgefäße in der Haut sind verändert. Dadurch können beispielsweise bereits geringe Reize zu einer Erweiterung führen. Störung des Immunsystems: Haut- und Immunzellen sind überaktiv und schütten verstärkt entzündungsfördernde Substanzen aus. Beeinträchtigte Hautbarriere: Eine gestörte Schutzfunktion der Haut macht diese anfälliger für Reize. Überempfindlichkeit: Die Haut reagiert überempfindlich gegenüber bestimmten Milben (Haarbalgmilben) oder Bakterien. Die Haut reagiert bei Menschen mit Rosazea schneller und stärker auf innere und äußere Reize als die von Menschen mit gesunder Haut. Die Beschwerden treten oft in Schüben auf. Zeiten mit stärker ausgeprägten Hautveränderungen und Phasen mit nachlassender Entzündungsaktivität wechseln sich ab. Häufige Trigger, die Rötungen, Hitzegefühle und Entzündungsprozesse auslösen und verstärken, sind Stress, Hitze, Kälte, scharfes Essen, Alkohol, Kaffee und UV-Licht. Empfindliche Gesichtshaut neigt zu Rötungen und Trockenheit Bei Menschen mit sehr trockener und empfindlicher Gesichtshaut können Stressflecken ebenfalls auftreten. Die Haut neigt generell zu Rötungen und Reizungen. Unter Stress können diese verstärkt sichtbar werden, weil die Durchblutung der Haut zunimmt. Zudem tendiert empfindliche Haut unter Stress oft vermehrt zu Trockenheit, was rote Hautstellen begünstigt. Eine sanfte Hautreinigung und die Versorgung der Haut mit einer auf den Hauttyp abgestimmten, pflegenden und beruhigenden Creme kann helfen, die Hautbarriere zu stärken. Starke Gesichtsrötung beim Hautarzt untersuchen lassen Nach dem Sport, bei Hitze oder nach scharfem Essen ist es normal, dass sich die Gesichtshaut kurzzeitig rötet. Wer immer wieder oder anhaltend mit starker Gesichtsrötung zu kämpfen hat oder begleitende Symptome wie Äderchen, Pickel und Pusteln, Schuppung oder starken Juckreiz bemerkt, sollte eine dermatologische Praxis aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Möglicherweise ist eine Hauterkrankung, eine Allergie, eine Unverträglichkeit oder eine Autoimmunerkrankung der Auslöser. Systemischer Lupus erythematodes (Schmetterlingserythem) beispielsweise zeigt sich zu Beginn meist durch eine flächige Rötung über Wangen und Nasenrücken. Die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung verbessert in der Regel auch das Hautbild. Stressflecken: Was das Hautbild stabilisiert Wer mit Stressflecken oder anderen stressbedingten Hauterscheinungen zu kämpfen hat, sollte in herausfordernden Phasen Nahrungs- und Genussmittel reduzieren, die die Durchblutung anregen, Schwitzen begünstigen und die Talgproduktion stimulieren. Dazu gehören beispielsweise scharfe Speisen und Gewürze, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Cola, aber auch Alkohol und Rauchen. Manche Menschen beobachten auch eine Verschlechterung des Hautbildes bei vermehrtem Verzehr von Zucker, Fertigprodukten, frittierten und fettigen Speisen, Weißmehl- oder Milchprodukten. Dann kann es einen Versuch wert sein, diese zu reduzieren oder während der stressigen Phase testweise ganz darauf zu verzichten. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit möglichst frisch zubereiteten und unverarbeiteten Lebensmitteln versorgt die Haut mit wichtigen Nährstoffen und unterstützt ihre Regenerationsfähigkeit.
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