Studie: Dieser Selbsttest erkennt COPD-Schübe früher

latest news headlines 6 std vor
Flipboard
Bei COPD treten immer wieder Schübe auf. Diese möglichst früh zu erkennen, ist wichtig. In einem Vergleich zeigte ein Selbsttest klare Vorteile. Bei Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind die Lungen dauerhaft geschädigt und die Atemwege verengt. Dadurch bekommen Betroffene nur schwer Luft und geraten bereits bei leichten Alltagstätigkeiten außer Atem. Die bislang nicht heilbare Erkrankung entwickelt sich schleichend und verschlimmert sich mit der Zeit. Im Krankheitsverlauf kann es zu sogenannten Exazerbationen kommen, also plötzlichen Verschlechterungen mit stärkerer Atemnot und Husten, mitunter bis hin zu einem medizinischen Notfall. Mit jedem Schub verschlechtert sich die COPD und schreitet weiter voran. Schübe frühzeitig zu erkennen, ist daher wichtig, um die Behandlung schnell anzupassen. Viele Betroffene reagieren jedoch zu spät. Eine kürzlich in der Fachzeitschrift "Respirology" erschienene Studie verglich nun zwei Selbsttests, mit denen sich Schübe feststellen lassen sollen: das bereits etablierte EXACT-Tagebuch und die kürzere CERT‑Checkliste. Dabei erwies sich eine Test als vorteilhafter. Wie lief die Studie ab? Für die Studie dokumentierten 63 Patienten täglich, welche COPD-Beschwerden bei ihnen auftraten. Dafür nutzen sie sowohl das EXACT-Tagebuch, das 14 Fragen beinhaltet, als auch die CERT-Checkliste, die aus fünf Fragen besteht. Bei zwölf Teilnehmern kam es im Testzeitraum zu einer ärztlich bestätigten Verschlechterung der Erkrankung. In der Auswertung wurde deutlich: Beide Selbsttests erkannten den Schub am Diagnosetag zwar gleichermaßen zuverlässig. Die CERT-Checkliste kündigte die Verschlechterung aber bereits einen Tag früher an. Leben mit COPD: Wie sich die Lebenserwartung positiv beeinflussen lässt COPD-Trigger: Hiermit bekommen es fast alle Betroffenen zu tun CERT: Sinnvolle Hilfe für den Alltag mit COPD Den Forschern zufolge eignet sich die CERT-Checkliste besonders, wenn es darum geht, Symptome rasch zu erkennen und ärztlichen Rat einzuholen. Denn die CERT-Checkliste ist leicht verständlich und dauert weniger als eine Minute. Sie ist damit ein praxisnahes Werkzeug, das dabei helfen kann, schwere Schübe zu verhindern, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern. Wichtig: Die CERT-Checkliste dient nicht dazu, den Erkrankungsverlauf täglich zu beobachten. Vielmehr sollten Betroffene sie immer dann nutzen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich Symptome verschlechtern. Das Helmholtz Zentrum München bietet CERT als kostenlosen Online-Selbsttest auf seinem Informationsportal Lungeninformationsdienst an. Dort findet sich der Fragebogen auch als PDF-Datei zum Herunterladen. Was tun bei einer Exazerbation? Während einer Exazerbation kann sich eine akute Atemnot einstellen. Dann können folgende Maßnahmen helfen: Ruhe bewahren: Panik verschlimmert die Atemnot. Bestimmte Körperhaltung einnehmen: Der sogenannte Kutschersitz etwa erleichtert die Atmung. Dabei beugt der Betroffene den Oberkörper nach vorn und stützt die Arme auf die hüftbreit geöffneten Oberschenkel ab. Nun wird langsam und tief durch die Nase eingeatmet und langsam durch die dosierte Lippenbremse ausgeatmet. Spezielle Atemtechniken anwenden: Mit der sogenannten Lippenbremse wird die Atmung wieder ruhiger und flacher. Dabei atmet der Betroffene durch die Nase ein und durch die locker aufeinander gelegten, leicht gespitzten Lippen langsam und kontrolliert in "sss"- oder "pff"-Lauten wieder aus. Bronchienerweiterndes Notfallspray inhalieren : Diesen sollten COPD-Patienten immer bei sich tragen Kühle Luft: Sie kann das Atmen erleichtern. Mit Maßnahmen wie diesen und anderen hilfreichen Informationen zum Umgang mit der Erkrankung können sich Menschen mit COPD in speziellen Schulungen vertraut machen. Bessern sich die Beschwerden nicht oder sind sie von Anfang an sehr bedrohlich, ist ärztliche Hilfe ratsam. Bei schweren Symptomen sollten Betroffene nicht zögern, den Notruf zu wählen (112). Oft genügt es, bei einer Exazerbation die Medikamente anzupassen. In schweren Fällen kann jedoch eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein.
Aus der Quelle lesen