Studie: Nach Krebserkrankung altern junge Menschen schneller

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Junge Krebsüberlebende altern biologisch schneller, doch ein gesunder Lebensstil könnte den Prozess bremsen. Was die Studie zeigt. Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überlebt haben, tragen womöglich unsichtbare Langzeitfolgen davon: Nicht nur ihre Körperzellen altern schneller als bei Gleichaltrigen, auch das Gehirn ist betroffen. Darauf weist eine kürzlich in der Fachzeitschrift "Nature Communications" erschienene Studie hin. Zellalter und Gehirnfunktion leiden Das Forschungsteam untersuchte für die Studie 1.413 Langzeitüberlebende. Die meisten waren wegen akuter lymphatischer Leukämie (ALL) oder Hodgkin-Lymphom behandelt worden. Die Therapie lag mindestens fünf Jahre zurück, teils sogar Jahrzehnte. Krebs bei Jüngeren: Sechs Arten nehmen weltweit stark zu Darmkrebs: Diese Symptome sollten auch Jüngere beachten Dabei stellte sich heraus, dass viele Testpersonen Anzeichen einer beschleunigten biologischen Alterung zeigten. Gemessen wurde diese unter anderem mithilfe sogenannter epigenetischer Uhren, die Veränderungen im Erbgut erfassen. Besonders deutlich war der Effekt nach einer Chemotherapie . Sie scheint den Alterungsprozess am stärksten anzutreiben. Womöglich, weil sie die DNA-Struktur verändern und Zellen dauerhaft schädigen kann. Ebenso befeuerten andere Krebsbehandlungen die Alterung. Die fortgeschrittene Zellalterung wirkte sich auch auf die Gehirnfunktion aus: Studienteilnehmer mit höherem biologischen Alter waren kognitiv weniger leistungsfähig und schnitten bei Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests schlechter ab. Folgen für Ausbildung und Beruf Gerade junge Erwachsene stehen oft vor wichtigen Lebensphasen wie Schulabschluss, Ausbildung, Berufseinstieg oder Familienplanung. Einschränkungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit können zusätzliche Hürden schaffen. "Wir sehen, dass viele Überlebende in Schule und Beruf schlechter abschneiden als ihre Geschwister", erklärt AnnaLynn Williams, Erstautorin der Studie. Hoffnung: Lebensstil kann helfen Doch es gibt auch ermutigende Erkenntnisse. Den Forschern zufolge kann ein gesunder Lebensstil helfen, die beschleunigte Alterung abzubremsen oder vielleicht sogar teilweise rückgängig zu machen. Nach einer Krebserkrankung sollten junge Erwachsene daher insgesamt auf eine gesunde Lebensweise achten. Wichtig sei dabei vor allem, aufs Rauchen zu verzichten, sich regelmäßig zu bewegen und sich ausgewogen zu ernähren. "Junge Krebsüberlebende haben noch viele Jahrzehnte vor sich", so Williams. "Wenn diese Alterungsprozesse also früh einsetzen und sie auf eine andere Lebensbahn bringen, ist das Ziel, rechtzeitig einzugreifen. Nicht nur, um ihre Lebensspanne zu verlängern, sondern auch, um ihre Lebensqualität zu verbessern." Um den besten Zeitpunkt für Gegenmaßnahmen zu finden, untersuchen weitere Studien derzeit, ob der Alterungsprozess bereits während der Therapie oder erst einige Jahre danach beginnt.
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