Studie: Veränderte Darmflora könnte frühzeitig auf Parkinson hinweisen

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Bestimmte Bakterien im Darm weisen womöglich schon früh auf ein erhöhtes Parkinsonrisiko hin. Was eine Studie zeigt. Parkinson zählt zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen – also Leiden, bei denen Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Eine kürzlich im Fachmagazin "Nature Medicine" veröffentlichte Studie kommt nun zu dem Schluss, dass sich das Erkrankungsrisiko möglicherweise schon Jahre vor den ersten Symptomen erkennen lässt. Deutliche Unterschiede bei Betroffenen und Risikogruppen Für die Studie untersuchten die Forscher Daten von 150 gesunden Menschen, 271 Parkinsonpatienten und 43 mit der Genvariante GBA1 vorbelasteten Personen ohne Symptome darauf, wie sich die Darmflora (Darmmikrobiom) bei ihnen zusammensetzt. GBA1 ist der häufigste und wichtigste genetische Risikofaktor für Parkinson: Er erhöht das Risiko um das bis zu 30-Fache. Parkinson-Symptome: So unterscheiden sich nach Geschlechtern Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass insgesamt 176 Bakterienarten bei erkrankten und gesunden Menschen in unterschiedlicher Häufigkeit vorkamen. Einige Mikroben traten bei Parkinson häufiger auf, andere bei gesunden Personen. Besonders deutlich zeigte sich dieses Muster bei fortgeschrittener Erkrankung. Auch bei den genetisch vorbelasteten, aber noch gesunden Teilnehmern entdeckte das Forschungsteam Veränderungen: Hier unterschieden sich 142 Bakterienarten deutlich von denen gesunder Kontrollpersonen. Ihre Darmflora zeigte gewissermaßen ein Muster, das zwischen gesund und krank lag. Parkinson: Neues Frühsymptom entdeckt Hinweise schon Jahre vor Ausbruch möglich Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Parkinson möglicherweise lange vor den ersten Symptomen ankündigt. Typische Beschwerden wie Zittern oder steife Muskeln treten oft erst spät auf. Frühwarnzeichen könnten sich laut der Studie jedoch im Darm zeigen. Ein Teil der gesunden Kontrollgruppe zeigte ebenfalls ein auffälliges Mikrobiom, das dem von Risikopersonen ähnelte. Ob diese Menschen später tatsächlich erkranken, bleibt offen. Weitere Studien sollen nun klären, welche zusätzlichen Faktoren eine Rolle spielen. Die Forscher hoffen, dass sich daraus künftig Tests entwickeln lassen, die ein Parkinsonrisiko früh erkennen. Denn bislang wird die Krankheit meist erst diagnostiziert, wenn bereits Nervenzellen geschädigt sind. Ernährung könnte Einfluss haben In die Studie flossen darüber hinaus auch Angaben zur Ernährung hinein. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit abwechslungsreicher und ausgewogener Ernährung seltener ein Darmmikrobiom hatten, das auf ein erhöhtes Parkinsonrisiko hinwies. Das könnte bedeuten, dass auch der Lebensstil Einfluss auf das Risiko hat. Ob gezielte Ernährungsumstellungen oder Medikamente die Darmflora so verändern können, dass sich Parkinson verhindern lässt, ist jedoch noch unklar.
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