Bluthochdruck gilt als einer der größten Risikofaktoren für Herzleiden. Viele Betroffene setzen auf die Ernährung und könnten dabei von einem bestimmten Mineral besonders profitieren. Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet an Bluthochdruck (Hypertonie). Neben Medikamenten gehört die Ernährung zu den wichtigsten Stellschrauben: Weniger Salz, mehr Kalium – das ist medizinisch gut belegt. Doch auch Magnesium könnte eine größere Rolle spielen, als bislang angenommen. Das zeigt eine neue Auswertung aus Australien . 38 Studien ausgewertet Ein Forschungsteam der Universität New South Wales hat 38 Studien mit insgesamt 2.709 Teilnehmern untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Magnesium kann bei Menschen mit Bluthochdruck die Werte senken, besonders dann, wenn bereits ein Mangel vorliegt oder zusätzlich Medikamente eingenommen werden. Bei Personen mit Hypertonie sank der systolische Wert im Schnitt um 2,96 mmHg, der diastolische um 2,10 mmHg. Bei Patienten, die zusätzlich Blutdruckmedikamente einnahmen, war der Effekt noch deutlicher: Der obere Wert fiel im Schnitt um 7,68 mmHg, der untere um 2,96 mmHg. Menschen mit Magnesiummangel profitierten ebenfalls spürbar: Hier sank der Blutdruck um bis zu 6 mmHg systolisch und 4,75 mmHg diastolisch. Gefährlicher Mangel droht: Diese beiden Mineralien braucht Ihr Herz Bluthochdruck: Darauf sollten Patienten besser verzichten Wann Magnesium wirkt und wann nicht Nicht in allen Fällen zeigte Magnesium eine Wirkung. Bei Personen mit normalem Blutdruck oder ohne Magnesiummangel ließ sich kein Effekt nachweisen. Auch bei Menschen ohne medikamentöse Behandlung blieb der systolische Wert meist unverändert. Die täglich verabreichten Magnesiumdosen in den Studien lagen zwischen 82 und 637 Milligramm, im Schnitt bei etwa 365 Milligramm. Eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung konnten die Forscher nicht feststellen. Das heißt: Mehr Magnesium bringt nicht automatisch mehr Wirkung. Warum Magnesium den Blutdruck beeinflusst Magnesium ist für viele Prozesse im Körper wichtig, unter anderem für den Herzrhythmus, die Gefäßspannung und das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, das den Blutdruck reguliert. Ein Mangel kann diese Funktionen stören und so indirekt den Blutdruck steigen lassen. Mikronährstoffe nicht unterschätzen Wichtig: Magnesium ist kein Ersatz für Blutdruckmedikamente, aber ein möglicher Baustein in der Therapie. Die Studienautoren empfehlen, bei Patienten mit Hypertonie auch die Versorgung mit Mikronährstoffen wie Magnesium im Blick zu behalten. Größere Studien sollen klären, ob höhere Dosierungen zusätzliche Vorteile bringen.