Wer in den mittleren Jahren gut mit Vitamin D versorgt ist, könnte sein Gehirn langfristig schützen. Darauf deutet eine neue Studie hin. Vitamin D benötigt der Körper vor allem für die Knochengesundheit und das Immunsystem. Doch offenbar spielt es auch für die Gehirngesundheit eine wichtige Rolle. Darauf weist eine neue Studie der American Academy of Neurology hin. Demnach hatten Menschen, die in ihren 30er- und 40er-Jahren einen höheren Vitamin-D-Spiegel aufwiesen, Jahre später weniger sogenannte Tau-Ablagerungen im Gehirn. Diese Eiweiße gelten als wichtiger Marker für Demenz , insbesondere für Alzheimer. Demenz erkennen: Diese sechs Symptome gelten Vorboten Langzeitstudie mit fast 800 Teilnehmern Für die Untersuchung begleitete das Forschungsteam insgesamt 793 Erwachsene über einen Zeitraum von rund 16 Jahren. Zu Beginn waren die Teilnehmer im Schnitt 39 Jahre alt und zeigten keine Anzeichen einer Demenz. Demenz: Drei Gewohnheiten können das Risiko senken Therapie: Was bei Demenz besser als Medikamente helfen könnte Die Wissenschaftler bestimmten zunächst den Vitamin-D-Spiegel im Blut. Werte über 30 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) galten dabei als ausreichend, niedrigere Werte als unzureichend. Nach rund 16 Jahren wurden die Teilnehmer per Gehirnscan untersucht. Dabei standen zwei typische Biomarker für Alzheimer, die häufigste Form der Demenz, im Fokus: das Tau-Protein und das Peptid Beta-Amyloid. Weniger Tau-Protein bei höherem Vitamin-D-Spiegel Dabei stellte sich heraus, dass Vitamin-D-Werte über 30 ng/ml mit geringeren Tau-Ablagerungen verbunden waren, was für ein niedrigeres Demenzrisiko spricht. Einen Zusammenhang mit Beta-Amyloid fanden die Forscher hingegen nicht. Die Studienautoren betonen allerdings, dass ihre Ergebnisse nur einen Zusammenhang belegen können, jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen. Ob Vitamin D direkten Einfluss auf die Tau-Ablagerungen nimmt, müssen nun weitere Studien klären. Zudem wurde der Vitamin-D-Spiegel nur einmal gemessen. Veränderungen im Laufe der Jahre blieben unberücksichtigt. Trotz dieser Einschränkungen hält Studienautor Martin David Mulligan die Ergebnisse für vielversprechend: "Sie deuten darauf hin, dass sich ein höherer Vitamin-D-Spiegel in den mittleren Lebensjahren schützend auf das Gehirn auswirken könnte." Denn diese Jahre seien ein Zeitraum, in dem sich Risikofaktoren für spätere Erkrankungen noch beeinflussen ließen. Was bedeutet das für den Alltag? Auch wenn Fragen offenbleiben, verdeutlichen die Studienergebnisse, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D für die Gesundheit wichtig ist. Etwa 80 Prozent des Bedarfs kann der Körper selbst decken, sofern ausreichend Sonnenlicht auf die Haut trifft. Dazu genügt es in der Regel, sich zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal die Woche in der Sonne aufzuhalten. Dabei sollten fünf Prozent der Haut, also etwa Hände, Gesicht und Arme, unbedeckt und ohne Sonnenschutz sein. Die Dauer sollte der Hälfte der Zeit entsprechen, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Für Menschen mit Hauttyp 2 (helle Haut, blaue, graue oder grüne Augen sowie blonde bis braune Haare) müssten bei einem UV-Index von 7 demnach etwa zwölf Minuten genügen. Allerdings gibt es verschiedene Faktoren, die einen Mangel an Vitamin D begünstigen, etwa ein höheres Alter, eine dunklere Hautfarbe oder chronische Magen-Darm- oder Nierenerkrankungen. Dann kann es ratsam sein, nach Rücksprache mit dem Arzt Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen.