Wenn nach einer OP die Wunde nicht heilen will, kann eine Wundheilungsstörung vorliegen. Welche Ursachen dahinterstecken und was die Heilung fördert. Nach einer Operation durchläuft der menschliche Körper für gewöhnlich einen komplexen und genau geordneten Heilungsprozess, um die Wunde zu verschließen. Ist dieser Prozess beeinträchtigt, kann sich das als Wundheilungsstörung bemerkbar machen. Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen von Wundheilungsstörungen nach einer OP und wie sich das Risiko senken lässt. Wundheilung: Was es bedeutet, wenn Wunden jucken Entzündete Wunde: Ist es eine Blutvergiftung? Was ist eine Wundheilungsstörung? Eine Wundheilungsstörung liegt vor, wenn eine Wunde nicht wie erwartet heilt, die Heilung also etwa verzögert oder nicht phasengerecht abläuft. In manchen Fällen kann es dann zu Komplikationen kommen, wie etwa Wundinfektionen, einer erneuten Öffnung der Wunde oder chronischen Wunden, die über einen langen Zeitraum bestehen bleiben. Eine gestörte Wundheilung kann auch dazu führen, dass sich die Wunde nicht richtig schließt oder sich das Narbengewebe unregelmäßig bildet. Mögliche Ursachen für Wundheilungsstörungen Es gibt zahlreiche Faktoren, die nach einem operativen Eingriff zu einer Wundheilungsstörung beitragen können. Diese lassen sich in lokale Faktoren unterteilen, die von der Wunde selbst ausgehen, und in systemische Faktoren, die den gesamten Körper betreffen. Lokale Faktoren können unter anderem sein: Wundinfektion durch eindringende Keime Zustand der Wunde (wie etwa schlecht durchblutete Wundränder, abgestorbenes Wundrandgewebe, austrocknende oder unterkühlte Wunde, erneute Verletzung der Wunde) Fremdkörper in der Wunde Belastung der Wunde (durch Druck oder Zug) zu hohe Spannung auf der Wundnaht vorgeschädigtes Gewebe (etwa durch Strahlentherapie) Systemische Faktoren können beispielsweise sein: höheres Alter Vorerkrankungen (wie Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Adipositas , Blutarmut) Nährstoffmangel (zum Beispiel Vitamine, Eiweiß, Zink) Gewichtsverlust durch Mangelernährung geschwächte Immunabwehr Rauchen Alkoholkonsum Medikamente (wie Kortison, Krebsmittel) Wundheilungsstörung nach OP: Mögliche Symptome Kommt es nach einer Operation zu einer Wundheilungsstörung, kann sich das neben einer ausbleibenden Heilung durch folgende Anzeichen bemerkbar machen: Rötung, Schwellung und starke Schmerzen rund um die Wunde eiternde, nässende oder übel riechende Wunde Wundöffnung oder auseinanderklaffende Nähte Fieber oder allgemeines Unwohlsein Wenn sich nach einem operativen Eingriff Symptome wie diese zeigen, sollten Betroffene umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, um Komplikationen zu vermeiden. Wundheilungsstörungen nach einer OP vorbeugen Nach einem operativen Eingriff erhalten Betroffene in der Regel Hinweise zur Wundpflege, die sie beherzigen sollten. Diese tragen dazu bei, die Heilungsprozesse zu fördern und können das Risiko für eine Wundheilungsstörung senken. Um Wundheilungsstörungen nach einer Operation möglichst vorzubeugen, können unter anderem allgemeine Maßnahmen wie diese hilfreich sein: Wundinfektionen vermeiden: Eine gute Hygiene und je nach Situation der Einsatz von antiseptischen Lösungen können dabei helfen, das Eindringen von Bakterien zu verhindern. Betroffene sollten sich hierbei an die ärztlichen Anweisungen halten. Gegebenenfalls verschreibt der Arzt oder die Ärztin auch Antibiotika, um Infektionen vorzubeugen. optimale Wundversorgung: Die richtige Pflege der Operationswunde, einschließlich regelmäßigem Verbandswechsel und dem Vermeiden unnötiger Belastungen der Wunde (wie Druck oder Zug), fördert eine schnellere Heilung. Wie häufig ein Verbandswechsel stattfinden soll, kann sich je nach Art der Wunde unterscheiden. gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol verbessern die allgemeine Gesundheit und auch die Wundheilung. Auch regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung fördern und den Heilungsprozess unterstützen. Betroffene sollten vorab jedoch Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin halten, wie viel Bewegung im Einzelfall ratsam ist beziehungsweise ob und wie lange es nötig ist, sich zu schonen. Blutzuckerkontrolle bei Diabetes: Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel ist wichtig, um die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen. Fazit: Das Wichtigste in Kürze Treten Wundheilungsstörungen nach einer OP auf, kann eine Vielzahl von Faktoren dahinterstecken. Durch die richtige Pflege, eine gesunde Lebensweise und ärztliche Unterstützung lassen sich Komplikationen jedoch oft vermeiden oder frühzeitig behandeln. Symptome im Wundbereich wie Schmerzen, Rötungen, Eiterbildung oder Flüssigkeitsaustritt sollten Betroffene immer ernst nehmen und rechtzeitig ärztlichen Rat einholen.