Andre Yarham: Jüngster Demenz-Patient Großbritanniens ist tot

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Demenz trifft meist ältere Menschen. Doch in seltenen Fällen beginnt der geistige Abbau schon in jungen Jahren. Der Brite Andre Yarham war gerade 22, als er die Diagnose erhielt – nun ist er tot. Für Andre Yarham aus Norfolk (Großbritannien) änderte sich das Leben innerhalb weniger Monate. Mit 22 Jahren bemerkte seine Familie erste Auffälligkeiten: Er wurde vergesslich, sein Gesichtsausdruck wirkte leer, seine Antworten wurden einsilbig. Kurz vor seinem 23. Geburtstag erhielt er dann die erschütternde Diagnose: frontotemporale Demenz , kurz FTD. Zwei Jahre später, am 27. Dezember 2025, starb Yarham im Alter von nur 24 Jahren in einem Pflegeheim . Das berichten mehrere britische Medien. Er war damit der jüngste Demenz-Patient in Großbritannien . Frühdemenz: Diese ersten Symptome kennen viele nicht Diagnose Demenz – mit Anfang 20 Demenz wird oft als Alterskrankheit wahrgenommen. Doch bei seltenen Formen wie der Frontotemporalen Demenz beginnt der Abbauprozess schon deutlich früher. Bei Yarham zeigte ein MRT bereits zum Zeitpunkt der Diagnose einen geschrumpften Frontallappen – eine Region im Gehirn, die unter anderem für Persönlichkeit, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung verantwortlich ist. FTD betrifft vor allem Stirn- und Schläfenlappen. Neben dem Gedächtnisverlust zeigen sich früh auffällige Wesensveränderungen. Die Krankheit schreitet rasch voran. So war es auch bei Andre Yarham. Wie seine Mutter Samantha Fairbairn in einem Interview mit der "Daily Mail" berichtete, konnte er sich bereits wenige Monate nach der Diagnose nicht mehr selbst anziehen oder waschen, später verlor er Sprachvermögen und Mobilität vollständig. Mutter pflegte ihn bis zum Tod Fairbairn gab ihren Beruf als Busfahrerin auf, um ihren Sohn Andre rund um die Uhr zu pflegen. Im September 2025 musste er in ein Pflegeheim umziehen. Nach einer Infektion nahm er keine Nahrung und Flüssigkeit mehr zu sich – wenige Tage nach Weihnachten verstarb er. Seine letzten Wochen verbrachte Yarham in einem Hospiz. Dort verlor er zwar seine Sprache, aber nicht seinen Sinn für Humor. "Wenn die Pflegekräfte ihn wickelten und dabei etwas Lustiges sagten, hörte man immer ein 'Whoo' von ihm", erzählte seine Mutter im Interview. Hoffnung für die Forschung: Familie spendet Gehirn Nach dem Tod des jungen Mannes entschloss sich die Familie zu einem besonderen Schritt: Sie spendete Andres Gehirn der Forschung – in der Hoffnung, dass die Wissenschaft mehr über die aggressive Form der Demenz herausfinden kann. "Wenn er hätte helfen können, hätte er Ja gesagt", ist sich seine Mutter sicher. "Vielleicht ermöglicht es anderen Familien ein paar Jahre mehr mit ihren Liebsten", sagte sie im Interview. Yarhams Gehirn wurde an das renommierte Addenbrooke's Hospital in Cambridge übergeben. Dort soll es untersucht werden, um bessere Diagnosemethoden und langfristig auch Therapien zu entwickeln. Derzeit gilt FTD als unheilbar, Medikamente zur Verlangsamung oder Behandlung existieren nicht. Die Beerdigung von Andre Yarham findet am 27. Januar 2026 in Norfolk statt.
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