Fast unbemerkt hat sich die neue Corona-Variante "Cicada" ausgebreitet und zählt jetzt zu den häufigsten Varianten. Welche Symptome sie mit sich bringt. Seit dem Jahreswechsel gibt es in Deutschland nicht nur einen sprunghaften Anstieg bei Atemwegsinfektionen . Expertinnen und Experten beobachten auch eine neue Variante des Coronavirus mit wachsender Sorge. Die Untervariante BA.3.2, genannt "Cicada", taucht zunehmend in Europa auf, auch in Deutschland. Anfang vergangener Woche hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sie offiziell als Variante unter Beobachtung eingestuft. In Deutschland machte die Variante nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Mitte Dezember knapp 30 Prozent aller untersuchten Infektionen aus. Zwei Wochen zuvor hatte der Wert noch bei etwa zehn Prozent gelegen. Woher kommt der Name "Cicada"? Erstmals tauchte BA.3.2 im November 2024 in Südafrika auf, war aber lange Zeit nicht auffällig. Da sich die Variante quasi im Verborgenen ausgebreitet hat, bekam sie den Spitznamen "Cicada", also Zikade. Ein Insekt, das eine lange unterirdische Lebensphase hat. Infektiologe warnt : Welche Virusbedrohung sich 2026 anbahnt Viele Produkte betroffen : Forscher finden verstecktes Krebsrisiko in Lebensmitteln Was macht BA.3.2 besonders? Genetisch unterscheidet sich "Cicada" deutlich von anderen Varianten: Mehr als 50 Mutationen im Spike-Protein wurden im Vergleich zum ursprünglichen Omikron-Zweig BA.3 festgestellt. Einige dieser Veränderungen könnten das Eindringen des Virus in Zellen erleichtern, etwa durch eine verstärkte Aktivierung des Spike-Proteins. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft BA.3.2 daher seit Dezember 2025 als "Variante unter Beobachtung" ein. Was bedeutet das für den Impfschutz? Besondere Aufmerksamkeit erhält BA.3.2 wegen ihrer sogenannten "Antigen-Drift": Das Virus hat sich so stark verändert, dass es dem Immunsystem schwerer fällt, es zu erkennen. Zudem zeigen erste Labortests laut der WHO , dass Impfstoffe BA.3.2 schlechter neutralisieren als andere Varianten. Auch die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien erklärt im Gespräch mit dem "Heute"-Magazin, dass die neue Variante "antigenetisch komplett anders ist". Daher sei BA.3.2 "nicht von den aktuellen Impfstoffen abgedeckt". Typische Symptome: Wie gefährlich ist "Cicada"? Trotz der schnellen Ausbreitung gibt es nach Angaben der WHO derzeit keine Hinweise darauf, dass BA.3.2 deutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Omikron-Varianten. Stattdessen ist die Variante wahrscheinlich weniger ansteckend und vermehrt sich langsamer. Erste Daten deuten zudem darauf hin, dass die klinischen Symptome weitgehend mit denen früherer Omikron-Formen übereinstimmen – also eher milde oder moderat verlaufen und schwere Verläufe seltener sind. Zu den klassischen Symptomen der Omikron-Varianten gehören etwa: Laufende Nase Kopfschmerzen Müdigkeit Niesen Halsschmerzen Gliederschmerzen Fazit Die neue Variante "Cicada" breitet sich stärker aus als zunächst angenommen. Sie entkommt der Immunabwehr und Impfstoffen besser als viele ihrer Vorgänger, scheint aber keine schwereren Krankheitsverläufe auszulösen. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung stuft die WHO daher aktuell als gering ein. Dennoch überwachen Gesundheitsbehörden und Forschungseinrichtungen BA.3.2 weiter eng, um rechtzeitig reagieren zu können, falls sich das Virus doch aggressiver entwickelt.