Demenzforschung: Dies nützt bei Alzheimer-Demenz vermutlich am meisten

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Die Betreuung, die Pflege und die Therapie von Menschen mit Demenz sind große Herausforderungen. Wie wichtig dabei eine gute Unterstützung sein könnte, zeigt jetzt eine Studie. Eine an Demenz erkrankte Person optimal zu versorgen, stellt Angehörige und Pflegekräfte oft vor Probleme. Dann sachkundig unterstützt und medizinisch beraten zu werden, hilft auch den Demenzpatienten selbst. Für sie ist eine solche Hilfe womöglich sogar von größerem Nutzen als die Behandlung mit einem neuen Alzheimer-Medikament, wie ein Forschungsteam der University of California, San Francisco (UCSF) herausgefunden hat. Für seine Forschung nutzte das Team Daten aus früheren Studien: Daraus stellte es eine simulierte Kohorte von 1.000 Personen mit Alzheimer zusammen. Rund die eine Hälfte hatte eine leichte Demenz, die andere Hälfte eine leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI). Verdacht auf Demenz: Das sind die ersten Warnsignale Frühdemenz: Diese ersten Symptome kennen viele Menschen nicht Wechseljahre und Demenzrisiko: Welche Rolle spielt Östrogen? Das Team untersuchte, wie sich etwa die Lebensqualität von Menschen mit Demenz durch eine kooperative Versorgung, bei der sogenannte Lotsen zum Einsatz kommen, verändert. Lotsen sind sachkundige Personen, die sich mit allen an der medizinischen Behandlung beteiligten Fachkräften abstimmen und den Angehörigen oder Pflegekräften den Zugang zu kommunalen Hilfsangeboten vermitteln. Anschließend ermittelte das Forschungsteam, wie sich die Einnahme des Alzheimer-Medikaments Lecanemab auf die Betroffenen auswirkt. Das Ergebnis verglich es mit dem der kooperativen Versorgung. Daraus ergab sich: Eine durch Patientenlotsen unterstützte Versorgung war für die Menschen mit Demenz von größerem Nutzen als die herkömmliche Betreuung: Die Lebenszeit, welche sie bei besserer Gesundheit verbringen konnten, verlängerte sich messbar. Somit konnten die Betroffenen auch länger (im Durchschnitt vier Monate) in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, bevor ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung notwendig wurde. Studie: Was der Blutzucker nach Mahlzeiten mit Alzheimer zu tun hat Mehr erfahren: Diese Impfung könnte das Demenzrisiko senken Die zusätzliche Behandlung mit Lecanemab verbesserte die Situation noch einmal mehr. Das Forschungsteam kommt daher zu dem Schluss, dass eine Kombination aus lotsenunterstützter Versorgung und Alzheimer-Medikamenten bei Demenz wohl am besten sei. Die medikamentöse Therapie wirkte sich im Vergleich jedoch geringer aus als die Unterstützung durch Lotsen. Kelly J. Atkins, die Erstautorin der Studie, weist außerdem darauf hin, dass Patientenlotsen mehr Menschen zugutekommen können: Ihr Einsatz ist nämlich auch bei fortgeschrittenerer Alzheimer-Demenz und überdies oft bei anderen Formen von Demenz möglich, während eine Behandlung mit Lecanemab nur für wenige Betroffene infrage kommt.
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