Diabetes: Was eine Wundheilungsstörung begünstigt

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Wundheilungsstörungen sind bei Menschen mit Diabetes nicht selten. Welche Ursachen dahinterstecken und worauf Betroffene achten sollten. Bei Menschen mit Diabetes brauchen Wunden oft länger, um zu heilen. Häufig treten diese vor allem an den Füßen oder Beinen auf und können sich zu einem sogenannten diabetischen Fuß entwickeln. Als Folge der gestörten Wundheilung steigt das Risiko für Komplikationen wie eine Wundinfektion. Lesen Sie hier mehr dazu, weshalb die Stoffwechselerkrankung Wundheilungsprozesse beeinträchtigt und wie sich Komplikationen vorbeugen lässt. Warum heilen Wunden bei Diabetes schlechter? Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) liegt vor, wenn die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht sind. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel schwächt das Immunsystem und kann zu Durchblutungsstörungen führen. Das kann die Heilungsprozesse empfindlich stören und bewirken, dass Wunden länger offen bleiben oder gar nicht abheilen und chronisch werden. Dadurch besteht ein höheres Risiko für Wundinfektionen. Diabetes-Typ-2: Wie hoch ist Ihr Risiko? Jetzt testen Fußpflege bei Diabetes: Worauf es ankommt Bei gut jedem dritten Menschen mit Diabetes entwickelt sich im Verlauf der Stoffwechselerkrankung zudem eine periphere Neuropathie (auch diabetische Neuropathie genannt). Die Nervenerkrankung kann Schmerzen und Missempfindungen hervorrufen, meist in den Füßen und Beinen. Als Folge der Neuropathie kann es aber auch dazu kommen, dass Betroffene Verletzungen und Schmerzen in den Füßen und Beinen nicht richtig spüren. Dadurch werden Wunden teilweise erst spät entdeckt und können sich verschlimmern, bevor eine passende Behandlung erfolgt. Rauchen und starkes Übergewicht können die Wundheilung zusätzlich verlangsamen. Wundheilungsphasen laufen bei Diabetes nicht immer reibungslos ab In der Regel verläuft die Wundheilung in vier Phasen: Blutstillung: Stoppt die Blutung; der entstehende Schorf schützt die Wunde und verhindert das Eindringen von Keimen. Entzündung: Zellen der Immunabwehr bekämpfen Keime und beseitigen Gewebetrümmer. Granulation: Geweberegeneration; neue Hautzellen und Blutgefäße bilden sich. Reifung: Das neue Gewebe wird gefestigt und stabilisiert. Bei Menschen mit Diabetes können diese Phasen gestört sein. So bleibt etwa die Entzündungsphase oft länger aktiv, wodurch das Narbengewebe mitunter weniger fest ausfällt. Die Gewebeerneuerung ist verzögert, was Wunden anfällig für Bakterien und langwierige Infektionen macht. Diabetes: Wie lässt sich einer Wundheilungsstörung vorbeugen? Das Risiko für eine Wundheilungsstörung lässt sich bei Menschen mit Diabetes durch verschiedene Maßnahmen senken. Wichtig ist dabei vor allem, dass Betroffene ihren Blutzuckerspiegel gut im Griff haben. Darüber hinaus sollten sie darauf achten, sich gesund zu ernähren, sich regelmäßig zu bewegen und möglichst nicht zu rauchen. Um einen diabetischen Fuß zu vermeiden, ist es außerdem ratsam, Kontrolluntersuchungen beim Arzt oder bei der Ärztin regelmäßig wahrzunehmen und die Füße begutachten zu lassen. Daneben sollten Betroffene ihre Füße selbst im Blick behalten (auch zwischen den Zehen) und gut pflegen . Selbst bei vermeintlich harmlosen Verletzungen oder Druckstellen ist eine rasche ärztliche Begutachtung zu empfehlen. Um Druckstellen oder Verletzungen an den Füßen zu vermeiden, können folgende Tipps helfen: Die Schuhe sollten gut passen, nicht scheuern und ein weiches Fußbett haben. Besteht ein erhöhtes Risiko für chronische Wunden, sollte Betroffene (auch zu Hause) möglichst nicht barfuß laufen. Betroffene sollten ihre Schuhe vor dem Anziehen auf möglicherweise vorhandene Steinchen oder Sand prüfen. Gegebenenfalls kann eine medizinische Fußpflege ratsam sein. ( Wie ein diabetischer Fuß behandelt wird, lesen Sie in diesem Artikel .) Maßnahmen zur Wundheilung: Tipps für Diabetiker Menschen mit Diabetes, die eine Wunde haben, können selbst aktiv zur Wundheilung beitragen und dadurch das Risiko für Komplikationen senken: Wird eine Wunde entdeckt, sollten Betroffene diese immer so rasch wie möglich ärztlich begutachten und behandeln lassen. Liegt bereits abgestorbenes Gewebe vor, wird der Arzt oder die Ärztin es entfernen, um die Wunde sauber zu halten und das Risiko einer Wundinfektion zu verringern. Um den weiteren Heilungsverlauf im Blick zu behalten, sollte die Wunde regelmäßig in Augenschein genommen werden. Verbände sollten regelmäßig gewechselt werden, um das Risiko für Wundinfektionen zu senken. Vor allem bei Wunden am Fuß ist es wichtig, diese so gut wie möglich von Druck zu entlasten. Denn wird die Wunde mit dem eigenen Körpergewicht belastet, kann dies das neugebildete Gewebe regelrecht zerquetschen und so die Wundheilung behindern. Verschlechtert sich die Wunde, sollten Betroffene dies innerhalb von 24 Stunden ihrem Arzt oder ihrer Ärztin melden, um Komplikationen zu vermeiden. Fazit: Das Wichtigste in Kürze Wunden können bei Menschen mit Diabetes ernsthafte Folgen haben. Daher ist es wichtig, frühzeitig aktiv zu werden und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Mit der richtigen Pflege und ärztlicher Unterstützung lässt sich das Risiko für Komplikationen wie chronische Wunden und Wundinfektionen und dadurch auch für Amputationen verringern.
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