Täglich sterben Hunderte Menschen in Deutschland am plötzlichen Herztod. Warum das Herz fast nie ohne Vorwarnung versagt – und wie Sie Ihr Risiko deutlich senken können. Alle fünf Minuten bricht in Deutschland ein Mensch zusammen, weil das Herz plötzlich aufhört zu schlagen. Der plötzliche Herztod wirkt wie ein unvorhersehbares Ereignis, doch meist entwickelt er sich über Jahre hinweg im Verborgenen. In den meisten Fällen liegt eine unerkannte oder unbehandelte Herzerkrankung zugrunde. Wer Risiken früh erkennt und ernst nimmt, kann sein Leben oft retten. Was beim plötzlichen Herztod im Körper passiert Dem plötzlichen Herztod geht in der Regel eine schwere Herzrhythmusstörung voraus. Mediziner sprechen von Kammerflimmern. Dabei schlagen die Herzkammern so schnell und ungeordnet, dass das Herz kein Blut mehr in den Körper pumpt. Innerhalb weniger Sekunden bricht der Kreislauf zusammen. Der Blutdruck fällt auf null, das Gehirn erhält keinen Sauerstoff mehr. Nach etwa vier Sekunden entsteht ein Benommenheitsgefühl, nach rund acht Sekunden verliert der Betroffene das Bewusstsein. Nach zwei bis drei Minuten setzt die Atmung aus, nach etwa zehn Minuten tritt der Tod ein, wenn keine Hilfe erfolgt. Plötzlicher Herztod: Wie gefährlich ist Sport? Koronare Herzkrankheit als Hauptursache Ab dem 40. Lebensjahr spielt die koronare Herzkrankheit die zentrale Rolle. Dabei verengen Ablagerungen die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. Diese Durchblutungsstörung kann zu Herzinfarkten und zu einer Herzschwäche führen. In Deutschland leben schätzungsweise rund sechs Millionen Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit. Häufige Auslöser sind Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte . Bleibt die Erkrankung unbehandelt, entstehen Vernarbungen im Herzmuskel. Diese Narben begünstigen lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen. Besonders häufig tritt zusätzlich eine Herzschwäche auf, auch Herzinsuffizienz genannt. Dabei kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Weitere Ursachen für den plötzlichen Herztod sind Herzmuskelentzündungen, Herzklappenerkrankungen, angeborene Herzfehler und dauerhaft hoher Blutdruck. Warnzeichen ernst nehmen Der beste Schutz vor dem plötzlichen Herztod besteht darin, Herzerkrankungen und ihre Risikofaktoren früh zu erkennen und konsequent zu behandeln. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr helfen, gefährliche Veränderungen rechtzeitig zu entdecken. Bei familiärer Vorbelastung empfiehlt sich eine frühere Kontrolle. Betroffene sollten einen Arzt aufsuchen, wenn folgende Symptome auftreten: Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) Luftnot bei Belastung oder in Ruhe anhaltendes Herzrasen oder Herzstolpern kurze Bewusstlosigkeiten Schwindel oder drohende Ohnmacht Treten typische Herzinfarkt-Symptome auf, zählt jede Minute. Dazu gehören starke, anhaltende Brustschmerzen, die oft in Arme, Rücken, Oberbauch oder Kiefer ausstrahlen, sowie kalter Schweiß, Übelkeit, Atemnot und Angst. In diesem Fall muss sofort der Notruf 112 gewählt werden. Schnelles Handeln rettet Leben Kommt es zu einem Herzstillstand, überlebt der Betroffene nur, wenn Umstehende sofort reagieren. Entscheidend sind der rasche Notruf und eine sofort begonnene Wiederbelebung. Zwar erkennen viele Menschen einen Herzstillstand, doch aus Unsicherheit oder Angst greifen die meisten nicht ein. Dabei vergehen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes im Durchschnitt acht bis neun Minuten – eine Zeit, die ohne Hilfe oft tödlich endet. Frühzeitige Wiederbelebungsmaßnahmen können die Überlebenschancen deutlich erhöhen.