Hirntumor kann zu Persönlichkeitsveränderung führen: Wie Sie das erkennen

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Gereiztheit, Antriebslosigkeit, Enthemmung: Hirntumoren können psychische Veränderungen auslösen. Für Angehörige ist das oft besonders belastend. Einen Hirntumor verbinden viele Menschen mit Kopfschmerzen. Doch diese sind nur eines von vielen möglichen Symptomen . Denn ein Tumor kann sich sehr unterschiedlich äußern, zum Beispiel durch häufiges Erbrechen , epileptische Anfälle, Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen. Auch deutliche Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens können auf einen Tumor hinweisen – Anzeichen, welche Angehörige oft eher bemerken als die erkrankte Person selbst. Wichtig zu wissen: Wesensveränderungen können viele Ursachen haben. Im Vergleich zu häufigeren Auslösern wie psychischen oder internistischen Erkrankungen ist ein Hirntumor eher selten der Grund. Wichtig ist jedoch, solche Beschwerden ernst zu nehmen – insbesondere, wenn sie stark ausgeprägt sind. Wie ein Tumor die Psyche beeinflusst Ein Hirntumor kann zu unterschiedlichen Veränderungen führen. Zum Beispiel sind Personen, die zuvor durch ein lebhaftes Temperament aufgefallen sind, nur noch wenig begeisterungsfähig. Andere, welche normalerweise eher zurückhaltend und still sind, zeigen sich enthemmt und impulsiv. Wieder andere fallen durch grundlose Gereiztheit auf. Zu möglichen Veränderungen zählen etwa: leichte Reizbarkeit, schnelle Frustration, Aggressivität Antriebslosigkeit, Interessenverlust Enthemmung, impulsives Verhalten Depressionen, depressive Verstimmungen Angstzustände Zudem bemerken Außenstehende und Betroffene unter Umständen mentale Veränderungen, etwa in der Gedächtnisleistung, Konzentrations- und/oder Merkfähigkeit. Zum Beispiel haben erkrankte Personen Schwierigkeiten, sich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren, oder sie wirken verwirrt. Sitz des Tumors wirkt sich auf Beschwerden aus Welche Beschwerden ein Hirntumor auslöst, hängt vor allem davon ab, wo sich der Tumor genau befindet, um welche Tumorart es sich handelt, wie groß der Tumor ist und wie schnell er wächst. Wenn ein Tumor zu Persönlichkeits- oder Verhaltensänderungen führt, ist dieser häufig in einer bestimmten Hirnregion zu finden: im zum Großhirn gehörenden Frontallappen. Dieser Bereich ist für verschiedene Funktionen zuständig. Dazu zählen unter anderem die Sprachmotorik, das Riechen, die Bewegung der Skelettmuskulatur. Auch für die individuelle Persönlichkeit spielt er – neben anderen Hirnregionen – eine große Rolle, da er an der Regulation von Verhalten, Emotionen und sozialen Fähigkeiten beteiligt ist. Verdrängt oder behindert ein Tumor bestimmte Hirnbereiche im Frontallappen, kann sich das auf unterschiedliche Weise auswirken. Aber auch Tumoren in anderen Hirnregionen können Wesensveränderungen herbeiführen, da Persönlichkeit und Verhalten von unterschiedlichen Hirnbereichen beeinflusst werden. Indirekte Wesensveränderungen möglich Gereiztheit, Antriebslosigkeit und ähnliche Beschwerden bei Tumorpatienten müssen nicht immer direkt durch einen bestehenden Tumor verursacht sein. Vielmehr können sie eine indirekte Folge der Erkrankung sein, etwa durch Nebenwirkungen von Medikamenten zur Behandlung des Tumors (etwa Steroide) und/oder die psychische Belastung, welche die Erkrankung mit sich bringt. Das Wissen, an einem Gehirntumor erkrankt zu sein, bedeutet enormen psychischen Stress. Dies erhöht das Risiko für eine psychische Erkrankung, etwa eine Depression. Medizinische Abklärung nötig Starke oder auffallende Wesensveränderungen ohne bekannte Ursache sollten ärztlich abgeklärt werden. Weitere Symptome, etwa starke wiederkehrende Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Lähmungen, sollten ebenfalls ein Anlass für einen Arztbesuch sein. Um die Ursachen einzugrenzen, wird der Arzt verschiedene Fragen stellen. Zum Beispiel wird er wissen wollen, wie lange die Beschwerden schon anhalten oder ob bestimmte Vorerkrankungen bekannt sind. Je nach vermuteter Diagnose schließen sich verschiedene körperliche Untersuchungen an.
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