Kokain und Ketamin verbreiten sich in Europas Städten immer stärker. Eine aktuelle Analyse zeigt, wie sich der Drogenkonsum verändert – und welche Rolle Deutschland dabei spielt. Wissenschaftler untersuchen seit Jahren Abwasserproben, um den Drogenkonsum ganzer Städte einzuschätzen. Die Europäische Drogenbehörde Euda wertet diese Daten regelmäßig aus. Die neuesten Ergebnisse aus dem Jahr 2025 zeigen deutliche Veränderungen beim Konsum verschiedener Substanzen. Ketamin und Kokain legen deutlich zu Besonders stark stieg laut Analyse der Konsum von Ketamin. Die Spuren dieser Substanz nahmen zwischen 2024 und 2025 um 41 Prozent zu. Ketamin ist eigentlich ein Narkosemittel, das Ärzte zur Betäubung einsetzen. In der Partyszene nutzen Menschen es jedoch als Droge, oft unter Namen wie "K" oder "Special K". Auch Kokain verbreitet sich weiter. Die gemessenen Rückstände stiegen innerhalb eines Jahres um gut 20 Prozent. Vor allem Städte in Belgien , den Niederlanden und Spanien verzeichnen hohe Werte. Anders sieht es bei MDMA aus, besser bekannt als Wirkstoff in Ecstasy. Hier sank der Konsum um etwa 16 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich dieser Rückgang in Deutschland, Österreich und Slowenien . Suchtproblem in Deutschland: Jeder Zehnte ist betroffen Kokainsucht: So läuft der Weg in die Abhängigkeit Deutschland mit auffälligen Mustern In deutschen Städten fanden die Forscher vergleichsweise viele Spuren synthetischer Drogen. Dazu gehören Amphetamin, auch "Speed" genannt, und Methamphetamin, bekannt als "Crystal Meth" oder "Ice". Diese Stoffe wirken stark anregend auf das zentrale Nervensystem, also auf Gehirn und Rückenmark. Die Studienautoren sehen darin ein spezielles Konsummuster. Während in einigen Ländern Kokain dominiert, greifen Menschen in Deutschland häufiger zu diesen künstlich hergestellten Substanzen. Euda-Direktorin Lorraine Nolan betont: "Illegaler Drogenkonsum wurde in nahezu allen Städten nachgewiesen." Die Daten zeigen demnach einen "weit verbreiteten und vielfältigen Drogenkonsum, der sich ständig ändert". Wochenende als Spitzenzeit Die Messungen zeigten auch klare zeitliche Unterschiede. Viele Drogen traten am Wochenende besonders häufig im Abwasser auf. Das spricht für einen verstärkten Konsum in der Freizeit. Eine Ausnahme bildete Cannabis: Die Werte verteilten sich relativ gleichmäßig über die Woche. Cannabis bleibt damit die am häufigsten konsumierte Droge in Europa. Die Behörde schätzt die Zahl der Konsumenten auf rund 24 Millionen.