Oftmals als harmlose Partydrogen verschrien, bergen Ecstasy und MDMA extreme Gefahren. Was Sie über die Wirkung wissen sollten. "Partydrogen" führen immer häufiger zu Todesfällen und Krankenhauseinweisungen. Insbesondere Ecstasy mit dem Hauptwirkstoff MDMA ist bei Jugendlichen beliebt. Dabei ist der Wirkstoff alles andere als harmlos. Was ist MDMA? MDMA ist die Kurzform für 3,4- M ethylen d ioxy m ethyl a mphetamin. Dabei handelt es sich um eine synthetische Substanz, die 1912 von dem Chemieunternehmen Merck entwickelt, aber nie vermarktet wurde. Die psychoaktive Wirkung von MDMA wurde erstmals 1978 beschrieben. Heute ist MDMA vorrangig als Hauptinhaltsstoff der Partydroge Ecstasy bekannt und wird in großen Mengen in Europa hergestellt. Neben der Tablettenform (meist mit einem eingeprägten Logo) gibt es MDMA auch als weißes oder cremeweißes Pulver oder als Kristalle, Kapseln oder Öl (MDMA-Base). Wie zeigt sich die Wirkung von MDMA? MDMA wird oral eingenommen und entfaltet seine Wirkung etwa nach 30 bis 40 Minuten. Dabei stimuliert der Wirkstoff das zentrale Nervensystem (ZNS) und erhöht dort die Ausschüttung des Botenstoffes Serotonin. Nach der Einnahme beschleunigt sich der Puls und die Pupillen weiten sich. Die Wirkung macht sich unter anderem durch Euphorie und eine höhere Empfindlichkeit der Sinne bemerkbar, bis zu Halluzinationen. Farben, Gerüche und Berührungen werden in der Regel intensiver wahrgenommen und die Kontaktfreudigkeit steigt. Die Wirkung hält im Allgemeinen zwischen vier und sechs Stunden an. Wie genau sie erlebt wird, hängt aber von vielen Faktoren ab, wie der Umgebung, der Stimmung oder den Erwartungen der Konsumierenden. Wegen seiner entspannenden Wirkung wurde MDMA früher vereinzelt in der psychiatrischen Beratung eingesetzt, hat aber heute kaum noch therapeutische Bedeutung. Warum ist MDMA gefährlich? Risiken und Nebenwirkungen beim Konsum von MDMA sind stark dosisabhängig. Aber auch Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Gesundheitszustand (Nieren- und Leberfunktion) und psychische Vorbelastungen beeinflussen die Reaktionen auf die Droge. Unmittelbare, leichtere Nebenwirkungen sind unter anderem: verschwommenes Sehen Mundtrockenheit Schweißausbrüche Durchfall Übelkeit Herzrasen Verwirrtheit Muskelverkrampfungen, Zähneknirschen Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit Unruhe und Angstzustände verminderte Wachsamkeit motorische Störungen verminderte Urteilsfähigkeit Zudem sind das Zeitgefühl und das körpereigene Warnsystem ausgeschaltet. In der Folge kann es zu akuten Vergiftungserscheinungen kommen bis hin zum Tod – insbesondere wenn eine höhere Dosis eingenommen oder die Droge mit anderen Substanzen kombiniert wird. Eine Vergiftung zeigt sich unter anderem durch: Krampfzustände extremen Wasserverlust und Überhitzung des Körpers Blutdruckabfall Herz-Kreislauf-Störungen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch Lungenödeme Leber- und Nierenversagen Hirnblutungen Organschäden Psychosen und Warnvorstellungen Langfristig kann der regelmäßige Gebrauch von MDMA/Ecstasy bestehende Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes und Epilepsie negativ beeinflussen. Zudem weisen verschiedene Forschungsergebnisse darauf hin, dass MDMA beziehungsweise Ecstasy langfristig Nervenzellen schädigen kann. Das kann zu Gedächtnisproblemen und Lernschwierigkeiten sowie zu psychischen Störungen führen. So besteht etwa ein Zusammenhang zwischen MDMA/Ecstasy-Konsum und psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Angstzuständen, insbesondere bei Personen mit einer entsprechenden Veranlagung. Macht MDMA abhängig? Bei regelmäßigem Konsum kann das Absetzen von MDMA beziehungsweise Ecstasy zu psychischen Entzugserscheinungen wie Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen und starkem Wunsch nach der Droge führen. Zudem kann häufiger Konsum von MDMA zu einer Toleranzentwicklung führen, die dazu führen kann, dass mehr und häufiger konsumiert wird. Verglichen mit anderen illegalen Substanzen wie Heroin oder Kokain gehen Experten aber von einem relativ geringen Abhängigkeitspotenzial aus. Allerdings kommt es häufig zum Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen wie Amphetaminen, die stärker abhängig machen können.