Die Krebsmedizin macht stetig Fortschritte. Die Heilungschancen hängen jedoch von der Krebsart und dem Krebsstadium ab. Ein aktueller Überblick. Fast jeder zweite Mensch erkrankt in Deutschland im Laufe seines Lebens an Krebs. Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) wird bei 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen mindestens einmal eine Krebserkrankung festgestellt. Etwa jede sechste Frau und jeden siebten Mann trifft eine solche Krankheit noch vor dem 65. Lebensjahr. Doch durch Fortschritte in der Prävention, Diagnose und Behandlung hat sich Prognose der meisten Krebserkrankungen in den letzten Jahren enorm verbessert. Krebstherapie im Laufe der Jahrzehnte Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat die Krebsforschung enorme Fortschritte gemacht. Vor Beginn der medizinischen Forschung war eine Krebserkrankung fast immer tödlich. Erst die Entwicklungen immer genauerer chirurgischer Methoden und neuer molekularer und zellulärer Therapien machten es möglich, dass mehr Menschen die Erkrankung überlebten. Meilensteine der Krebstherapie waren etwa: die erste, frühe Form der Immuntherapie im Jahr 1891 die Entdeckung der Röntgenstrahlung im Jahr 1895 die erste Radium-Therapie im Jahr 1918 die erste, frühe Form des Abstrichs von Gebärmutterhalszellen im Jahr 1928 die erste, frühe Form der Hormontherapie im Jahr 1941 die ersten Formen der Chemotherapie im Jahr 1949 die erste, frühe Form der Mammografie im Jahr 1950 die erste Knochenmarktransplantation zur Behandlung von Leukämie im Jahr 1956 die Erfindung des Computertomografen im Jahr 1972 die Zulassung des ersten Impfstoffs (Hepatitis B) gegen Krebs im Jahr 1981 die Entdeckung von Onkogenen und die gezielte Gen-Therapie ab 1984 die erste Form der Zelltherapie ( CAR T ) im Jahr 2002 die komplette Entschlüsselung des menschlichen Erbmaterials (Genoms) im Jahr 2003 Über die Jahre wurden zudem immer neue Wirkstoffe in der Krebstherapie entdeckt, wie Paclitaxel (1964), Filgrastim (1984) oder Imatinib (2001). Auch die Einrichtung von Krebszentren zur psychologischen Behandlung oder zur Schmerztherapie haben die Überlebenschancen von Menschen mit Krebs über die Jahre enorm verbessert. Überlebenschance: Welche Krebsart ist am besten heilbar? Bis heute hat sich in der Diagnose und Therapie von Krebs viel getan: Chirurgische Verfahren, Bestrahlung, Chemotherapie, moderne Arzneimittel, Immun- und Zelltherapie haben sich derart verbessert, dass die Überlebensrate in den letzten 30 Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen ist. In den letzten 50 Jahren hat sie sich teilweise sogar verdoppelt. Damit liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate über alle Krebsarten hinweg mittlerweile bei über 60 Prozent – 66 Prozent bei Frauen, 62 Prozent bei Männern. 47 bis 61 Prozent der Menschen leben nach ihrer Diagnose noch mehr als 10 Jahre. Lesen Sie auch : Diese Krebsarten treffen besonders ältere Männer Über die persönlichen Überlebenschancen bestimmt jedoch weitgehend die Krebsart, wie die folgende Grafik zeigt: 10 Jahre nach der Diagnose sinkt die Überlebensrate bei Männern auf: Prostatakrebs : 89 Prozent Darmkrebs : 57 Prozent Lungenkrebs : 14 Prozent Harnblasenkrebs : 50 Prozent Folgende 10-Jahres-Überlebensraten ergeben sich bei Frauen: Brustkrebs : 83 Prozent Darmkrebs : 62 Prozent Lungenkrebs : 19 Prozent Gebärmutterkörperkrebs : 75 Prozent Eine statistisch gute Prognose haben daher Patienten mit Brustkrebs , Gebärmutterkörperkrebs oder Prostatakrebs . Auch Hodenkrebs und Schilddrüsenkrebs sprechen gut auf eine Behandlung an und sind mit einer hohen Überlebenschance für Betroffene verbunden. Geringe Fünf-Jahres-Überlebensraten verzeichnen hingegen an Lungenkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs Erkrankte. Lesen Sie auch : Prostatakrebs – Symptome, Heilungschancen & Therapiemöglichkeiten Neben der Krebsart spielen das Alter und der sozioökonomische Status bei der Heilungschance eine Rolle. So ist die Überlebensrate im Allgemeinen bei Menschen unter 40 Jahren höher, mit Ausnahme von Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Hier ist die Überlebensrate im mittleren Alter am höchsten. Zudem sinkt die Krebsüberlebensrate bei Menschen, die in benachteiligten Gebieten leben. Eine schlechte Infrastruktur und Versorgungslage kann die Diagnose und Therapie verzögern und so die Heilung negativ beeinflussen.