Krebserkrankung: Verarbeitete Lebensmittel könnten Sterberisiko erhöhen

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Das Sterberisiko nach einer Krebserkrankung hängt womöglich auch von der Ernährung ab. Eine neue Studie zeigt, welche Lebensmittel lieber zu meiden sind. Für Menschen, die eine Krebserkrankung überlebt haben, gelten grundsätzlich die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Gesunde. Allerdings könnte ein Ratschlag für sie besonders wichtig sein: Konsumieren Sie vorwiegend natürliche, wenig verarbeitete Speisen und Getränke. Laut einer Untersuchung, die im Fachjournal "Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention" erschienen ist, erhöht der Konsum sehr stark verarbeiteter Lebensmittel möglicherweise das Sterberisiko nach einer Krebserkrankung. Diese Nahrungsmittel haben ohnehin einen schlechten Ruf: Sie stehen im Verdacht, zahlreiche Erkrankungen zu begünstigen. Unter anderem: Übergewicht , Typ-2-Diabetes , Demenz , Depressionen und auch Krebs. Wie Fachleute vermuten, liegt das unter anderem daran, dass diese Lebensmittel Entzündungsprozesse im Körper fördern. Die neue Studie, geleitet von der italienischen Epidemiologin Marialaura Bonaccio, stützt diese Annahme – und liefert eine mögliche Begründung. Rund 800 Krebsüberlebende begleitet Für die Untersuchung verfolgten die Forscherin und ihr Team von 2005 bis 2022 den gesundheitlichen Verlauf von 802 Frauen und Männern über 35 Jahren, die eine Krebserkrankung überlebt hatten. Sie wurden detailliert zu ihrer Ernährung befragt. Anschließend beobachtete das Forschungsteam über Jahre hinweg, ob und woran die Teilnehmer starben. Insgesamt kam es zu 281 Todesfällen. Die Auswertung der Daten ergab: Menschen, deren Ernährung zu einem großen Teil aus ultrahochverarbeiteten Produkten bestand, hatten ein deutlich höheres Sterberisiko als jene mit überwiegend wenig verarbeiteter Kost. Das betraf sowohl die Gesamtsterblichkeit als auch Todesfälle durch Krebs. Warum hochverarbeitete Nahrung schadet Stark verarbeitete Lebensmittel gelten unter anderem wegen ihres hohen Fett-, Zucker- und Salzgehalts als ungesund. Die Studie legt jedoch nahe, dass dies nicht der entscheidende Faktor ist – zumindest nicht im Hinblick auf die Sterblichkeit nach Krebs. Denn selbst wenn die Nährstoffzusammensetzung des Speiseplans insgesamt ausgewogen war, ging ein hoher Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel weiterhin mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Nach Einschätzung der Forscher spielen in erster Linie gewisse schädliche Inhaltsstoffe eine Rolle. "Die bei der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzten Substanzen können in Stoffwechselprozesse eingreifen, die Darmmikrobiota stören und Entzündungen fördern", erklärt die Studienautorin Bonnacio in einer Pressemitteilung. Tatsächlich zeigte die Auswertung der Gesundheitsdaten der Teilnehmer einen Zusammenhang zwischen hochverarbeiteter Ernährung und erhöhten Entzündungsmarkern. Das ist plausibel: Dass chronische Entzündungen im Körper das Risiko für Krebs und andere schwere Erkrankungen erhöhen, weiß man schon lange. Allzu strenge Verbote meist nicht sinnvoll Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können die Befunde nicht eindeutig beweisen, dass der Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel das Sterberisiko erhöht. Dennoch liefert die Untersuchung wichtige Anhaltspunkte dafür, wie riskant diese Ernährung aus medizinischer Sicht ist – erst recht für Menschen, die an Krebs erkrankt waren. Strikte Verbote sind allerdings in der Regel weder notwendig noch empfehlenswert. Schließlich hat Essen nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale und emotionale Bedeutung. Entscheidend ist das richtige Maß. "Der sinnvollste Ansatz für die Gesundheit besteht darin, die Ernährung insgesamt zu betrachten, ultraverarbeitete Lebensmittel zu reduzieren und stattdessen auf frische, minimal verarbeitete, selbst zubereitete Speisen zu setzen", so Bonnacio. Sie rät zum Blick auf die Zutatenliste: Lebensmittel mit mehr als fünf Zutaten oder auch nur einem Zusatzstoff seien sehr wahrscheinlich ultrahochverarbeitet.
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