RSV-Schnelltests: Wie zuverlässig sind sie?

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Eine Infektion mit RS-Viren kann schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Schnelltests sollen dabei helfen, sie rasch zu erkennen. Wie zuverlässig sind sie? Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist weitverbreitet und ruft vor allem in Herbst und Winter Atemwegserkrankungen hervor. Bei ansonsten gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion häufig mild, mit allenfalls leichten Erkältungssymptomen. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen erkranken jedoch häufig schwer und benötigen nicht selten eine Behandlung im Krankenhaus. Mithilfe von Schnelltests aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt sollen sich RSV-Infektionen innerhalb weniger Minuten nachweisen lassen. Meist gibt es sie als Kombi-Tests, mit denen Betroffene sich gleichzeitig auch auf eine Infektion mit Grippe- und Coronaviren testen können. RS-Virus: So macht es sich bei Erwachsenen bemerkbar RSV-Impfung: Für wen ist sie ratsam? Wie funktioniert ein RSV-Schnelltest? Bei den erhältlichen Schnelltests handelt es sich um sogenannte Antigentests. Sie sollen für gewöhnlich in einem Nasen- oder Rachenabstrich bestimmte Virusbestandteile (sogenannte Antigene) nachweisen, die typisch für RS-Viren sind. Die Ergebnisse lassen sich nach etwa 15 Minuten ablesen. Sind RSV-Schnelltests zuverlässig? Wie zuverlässig die erhältlichen Kombi-Schnelltests sind, ist wenig untersucht. Geprüft wird in Laboren auf EU-Ebene hauptsächlich, ob sich damit eine Corona-Infektion sicher nachweisen lässt. Einer kleineren Studie zufolge funktioniert auch der Nachweis von Grippeviren akzeptabel. In puncto RS-Viren sind Schnelltests eher wenig zuverlässig. Übersichtsarbeiten zufolge werden damit bis zu ein Drittel der Infektionen übersehen. Bei einem Vergleich der Stiftung Warentest konnte sogar nur einer von zehn Kombi-Tests den Infekt sicher erkennen. Die restlichen Tests hatten Schwierigkeiten damit oder zeigten gar keine Reaktion. Ob ein Schnelltest zuverlässig ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab, der Sensitivität und der Spezifität. Erstere sagt aus, wie gut ein Test RS-Viren erkennt, wenn sie wirklich da sind. Letztere, wie gut ein Test eine RSV-Infektion ausschließen kann, wenn keine RSV-Antigene vorhanden sind. Glaubt man den Herstellerangaben, haben RSV-Schnelltests in der Regel eine hohe Sensitivität (meist über 90 Prozent). Laut Stiftung Warentest scheint darauf jedoch kein Verlass zu sein. Die Zuverlässigkeit von RSV-Schnelltests hängt zudem von weiteren Faktoren ab. So sind die Ergebnisse etwa während der RSV-Saison bei Babys und Kleinkindern aussagekräftiger, da sie eine höhere Viruslast im Nasenrachenraum aufweisen. Bei älteren Kindern oder Erwachsenen oder bei Schnelltests außerhalb der Saison kann die Viruslast im Nasenrachenraum geringer sein und das Testergebnis weniger zuverlässig machen. Der Test ist positiv, was heißt das? Fällt ein RSV-Schnelltest positiv aus, zeigt er also einen Infekt mit RS-Viren an, stimmt das in den meisten Fällen. Nur gelegentlich kommt es auch zu falsch-positiven Ergebnissen, also einem RSV-Nachweis, obwohl keine RSV-Infektion vorliegt. Das kann etwa fälschlicherweise passieren, wenn andere Erkältungsviren hinter dem Infekt stecken, die der Schnelltest nicht abdeckt. Der Test ist negativ, was heißt das? Fällt ein RSV-Schnelltest negativ aus, lässt sich damit eine RSV-Infektion nicht sicher ausschließen. Das kann nur ein PCR-Test verlässlich feststellen. Fazit Die Zuverlässigkeit von RSV-Schnelltests für zu Hause ist begrenzt. Ein positiver Test ist wahrscheinlich korrekt. Ein negatives Ergebnis bedeutet hingegen nicht automatisch Entwarnung. Das gilt insbesondere, wenn der Test negativ ausfällt, obwohl Erkältungssymptome bestehen. Neben Corona-, Influenza- und RS-Viren gibt es zahlreiche andere Viren und Bakterien, die Atemwegserkrankungen hervorrufen können. Wer sich krank fühlt, sollte sich auch bei negativem Testergebnis bewusst sein, dass andere sich anstecken könnten, und sich entsprechend verhalten.
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