Sehstörungen können viele Ursachen haben, etwa eine Augenerkrankung oder Migräne. Vergleichsweise selten steckt ein Hirntumor dahinter. Ob verschwommenes Sehen, Flimmern vor dem Auge, Blitze oder Doppelbilder: Sehstörungen weisen darauf hin, dass im Körper etwas nicht stimmt. Oft bringt eine augenärztliche Untersuchung Gewissheit über den Auslöser der Beschwerden, denn in vielen Fällen ist dieser im Auge selbst zu finden. Es kommen aber auch diverse weitere Ursachen infrage, die nicht direkt mit dem Auge zu tun haben. Eine davon ist ein Hirntumor. Wichtig ist in jedem Fall, bei bestimmten Beschwerden zeitnah ärztlichen Rat zu suchen. Hirntumor: Welche Sehstörungen treten auf? Wichtig zu wissen: Nicht jeder Hirntumor ist mit Sehproblemen verbunden. Ob und welche Sehstörungen auftreten, hängt unter anderem von der Lage und der Größe des Tumors ab. Betroffene bemerken zum Beispiel: Doppelbilder Gesichtsfeldausfälle Flimmern vor den Augen ein Nachlassen der Sehkraft Hirntumoren und Hirnmetastasen können auf verschiedenen Wegen zu Sehproblemen führen. Zum einen kann die Geschwulst durch ihre Lage und/oder ihre Größe direkt auf den Sehnerv drücken. Zum anderen kann ein Tumor den Hirndruck erhöhen , was Sehstörungen und zahlreiche andere Beschwerden auslösen kann. Ein Beispiel für einen Tumor, der direkten Druck auf den Sehnerv ausübt, ist das sogenannte Optikusgliom. Dieser vor allem bei Kindern auftretende Tumor wächst entlang des Sehnervs beziehungsweise der Sehbahn. Zu häufigen Beschwerden zählen ein eingeschränktes Sichtfeld und eine Sehschwäche. Das Auge kann deutlich hervortreten. Zudem kann der Hirndruck steigen, was zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen kann. Ein Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) führt ebenfalls häufiger zu Sehstörungen, wenn er auf den Sehnerv drückt. Im schlimmsten Fall kommt es zur Erblindung. Die Hypophyse befindet sich etwa in der Kopfmitte in einer Vertiefung des Schädelknochens unterhalb des Hirns. Sie zählt zwar streng genommen nicht zum Hirn, ist jedoch mit dem Zwischenhirn verbunden. Auch Hirntumoren und -metastasen in anderen Hirnbereichen können Sehstörungen auslösen, etwa weil sie den Druck im Inneren des Schädels ansteigen lassen. Ein erhöhter Hirndruck kann entstehen, wenn ein Tumor durch sein Wachstum andere Gewebestrukturen verdrängt. Auch kann ein Tumor die Kanäle verstopfen, in denen die Hirnflüssigkeit (Liquor) zirkuliert, sodass diese nicht abfließen kann, was ebenfalls zu einem Druckanstieg im Hirn führen kann. Tumor löst meist weitere Beschwerden aus Wenn ein Tumor zu Sehstörungen führt, sind diese in der Regel nicht das einzige Symptom (oder es kommen im Laufe der Zeit weitere Beschwerden hinzu). Zu weiteren möglichen Anzeichen eines Hirntumors oder Hirnmetastasen zählen etwa: epileptische Anfälle Kopfschmerzen Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen Schwindel, Gangunsicherheit Hör- oder Sprachprobleme Übelkeit, Erbrechen Gesichtslähmung Benommenheit, Desorientierung Konzentrationsprobleme Veränderungen der Persönlichkeit, etwa plötzlich erhöhte Reizbarkeit Bei Sehstörungen zum Arzt Wichtig zu wissen: Sehstörungen sind kein Beweis für einen Hirntumor oder eine Hirnmetastase – auch nicht, wenn sie in Kombination mit bestimmten anderen Symptomen auftreten. Dennoch ist dringend anzuraten, starke oder anhaltende Sehprobleme zeitnah abklären zu lassen. Denn Sehstörungen können auch viele andere, teils ernste Ursachen haben. Bei bestimmten Beschwerden ist umgehender ärztlicher Rat nötig. Das gilt etwa bei plötzlichen Doppelbildern, einer abrupten Sehschwäche oder einem Sehverlust, Lichtblitzen oder vielen schwarzen Punkten vor Augen ("Rußregen"). Auch Sehstörungen, die zusammen mit Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen auftreten, sollten rasch untersucht werden.