Bei Lebererkrankungen hilft oft nur eins: ein gesünderer Lebensstil. Lesen Sie, was Bewegung dabei bewirken kann und welche Sportarten zu empfehlen sind. Alkohol schädigt die Leber. Allerdings ist er keineswegs die häufigste Ursache für Lebererkrankungen. Ungefähr 5 bis 10 von 100 Erwachsenen in der Bevölkerung haben eine alkoholbedingte Fettlebererkrankung. Etwa 30 von 100 Menschen in der erwachsenen Bevölkerung sind von einer nicht alkoholischen Fettlebererkrankung betroffen. Da sich die Verfettung schleichend vollzieht, wird sie häufig erst spät bemerkt. Nicht selten geschieht das durch Zufall, wenn sich die Leberwerte bei einer Blutuntersuchung als auffällig erweisen. Die Ärztin oder der Arzt rät dann in der Regel zu einem leberschonenderen Lebensstil. Auch regelmäßige Bewegung ist dabei wichtig. Wie kann Bewegung bei einer kranken Leber helfen? Eine Fettleber entsteht typischerweise durch ein Zusammenspiel aus einer allzu hochkalorischen Kost und Bewegungsmangel. Wer sich längerfristig unausgewogen ernährt und wenig Sport treibt, überlädt den Körper dauerhaft mit Nährstoffen und riskiert, dass die Leber immer stärker verfettet, was verheerende Folgen haben kann: Das Organ kann sich entzünden (Steatohepatitis) und mit der Zeit dauerhafte Schäden bis hin zur Leberzirrhose davontragen. Sport wirkt der Verfettung entgegen und kann den gefährlichen Verlauf im besten Fall abwenden. Denn arbeitende Muskeln brauchen Energie, und als Kraftstoff nutzen sie die im Blut zirkulierenden Zucker und Fettsäuren. Sie "fangen" die überschüssigen Nährstoffe gewissermaßen ab, bevor diese die Leber erreichen. Gleichzeitig verbessert Bewegung die Fähigkeit der Zellen, auf Insulin zu reagieren. Das kommt Menschen mit einer (beginnenden) Fettleber zugute, weil sie meist eine sogenannte Insulinresistenz haben. (Mehr dazu können Sie hier nachlesen.) Insulin ist ein Botenstoff, der den Zellen dabei hilft, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Bei einer Insulinresistenz ist diese Wirkung abgeschwächt, sodass der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht bleibt. Um gegenzusteuern, produziert die Bauchspeicheldrüse der Betroffenen mehr Insulin. Das verschlimmert nicht nur die Insulinresistenz, sondern schadet auch der Leber: Insulin fördert in dem Organ die Bildung neuer Fettsäuren und hemmt gleichzeitig den Fettabbau (Lipolyse), was zur weiteren Fetteinlagerung in den Leberzellen führt. Durch Sport steigt die Insulinsensitivität vor allem in den Muskelzellen, aber auch indirekt in der Leber. Zucker wird effizienter verwertet, der Insulinspiegel sinkt, und es wird weniger Fett in der Leber neu gebildet. Überdies steigert regelmäßige körperliche Aktivität die Fähigkeit von Muskel- und Leberzellen, Fettsäuren zur Energiegewinnung zu verbrennen. Statt gespeichert zu werden, werden Fette vermehrt "verheizt". Dadurch nimmt die Fettmenge in der Leber ab, und das Organ kann seine Stoffwechselfunktionen besser erfüllen. Welche Sportart ist am besten für die Leber? Studien zeigen, dass sowohl Ausdauertraining (etwa zügiges Gehen, Laufen, Radfahren oder Schwimmen) als auch Krafttraining den Fettgehalt der Leber senken, sich allgemein positiv auf die Stoffwechselgesundheit auswirken und die Leberwerte verbessern kann. Im Allgemeinen gilt eine Kombination aus beiden Trainingsarten als optimal. Welche Sportart im Hinblick auf die Lebergesundheit am besten geeignet ist, lässt sich nicht sicher sagen, weil es dazu noch an wissenschaftlichen Erkenntnissen fehlt. Entscheidender sind vermutlich ohnehin die Regelmäßigkeit, die Intensität und die Dauer des Trainings. Ab und zu eine halbe Stunde Fahrrad zu fahren, ist zwar nicht verkehrt, reicht aber nicht aus. Vielmehr sollte das Training konsequent mehrmals pro Woche durchgeführt werden, idealerweise dauerhaft. Dafür ist es wiederum wichtig, dass das Training zu den individuellen körperlichen Voraussetzungen und Neigungen passt. Die beste Bewegung ist diejenige, die die oder der Betroffene dauerhaft in den Alltag integrieren kann. Im besten Fall bereitet der Sport – bei aller Anstrengung – Freude.