Vogelgrippe bis Mpox: Welche Viren 2026 zur Pandemie werden könnten

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Vogelgrippe, Mpox, Insektenviren: Eine neue Pandemie ist laut Forschern nur eine Frage der Zeit. Welche Viren weltweit auf dem Radar stehen und warum uns das alle angeht. Eine neue Pandemie? Für viele klingt das nach einem düsteren Déjà-vu. Doch für Infektiologen ist das kein Hirngespinst, sondern eine reale Möglichkeit. Der US-Infektiologe Patrick Jackson aus Virginia nennt in einem Beitrag für die "Washington Post" mehrere Viren, die 2026 besonders genau beobachtet werden. Darunter altbekannte Erreger in neuem Gewand, aber auch weniger bekannte Viren mit gefährlichem Potenzial. Vogelgrippe: Droht der nächste große Ausbruch? Ganz oben auf Jacksons Liste steht die Vogelgrippe . Das Influenzavirus H5N1 grassiert bereits seit den 1990er-Jahren unter Wildvögeln, doch 2024 erreichte es erstmals Milchkühe in den USA . Ein Alarmsignal für Fachleute. "Studien deuten darauf hin, dass es bereits zahlreiche Übertragungen von Rindern auf Menschen gegeben hat", so Jackson. Viele davon verliefen unbemerkt. Warum das gefährlich ist: Influenza A-Viren verändern sich schnell. Gelingt ihnen der nächste Schritt – eine effiziente Übertragung von Mensch zu Mensch –, könnte daraus eine neue Grippepandemie entstehen. Die derzeitigen Grippeimpfstoffe schützen vermutlich nicht gegen H5N1. Neue Impfstoffe sind zwar in Arbeit, kommen aber frühestens bei einem akuten Ausbruch zum Einsatz. Mpox: Virus zirkuliert weiter Das Affenpockenvirus – heute Mpox genannt – sorgte 2022 weltweit für Schlagzeilen. Vor allem über engen Körperkontakt, etwa beim Sex, verbreitete sich die mildere Virusvariante Clade II in über 100 Länder. Inzwischen sind die Fallzahlen wieder gesunken, das Virus aber nicht verschwunden. Jackson warnt: "Clade-II-Mpox hat sich weltweit etabliert." Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der gefährlicheren Clade-I-Variante in mehreren zentralafrikanischen Ländern – mit ersten Fällen auch außerhalb Afrikas, darunter in den USA . Eine gezielte Therapie gegen Mpox gibt es nicht. Zwar steht eine Impfung zur Verfügung, sie ist aber nicht flächendeckend im Einsatz. In deutscher Stadt: Gesundheitsamt warnt vor Mpox-Infektionen Oropouche: Ein vielfach unterschätzter Erreger Kopfschmerzen, Fieber , Muskelschmerzen : Was klingt wie eine normale Grippe , kann in Wahrheit eine Infektion mit dem Oropouche-Virus sein – übertragen durch Mücken und winzige Stechfliegen, sogenannte Gnitzen. Das Virus wurde bereits in den 1950er-Jahren entdeckt, breitet sich aber seit den 2000ern zunehmend über Süd- und Mittelamerika sowie die Karibik aus. Mittlerweile gehört es in Brasilien zu den häufigsten Ursachen für fieberhafte Erkrankungen. Auch in den USA könnten sich laut Jackson Fälle häufen, denn die übertragenden Insekten sind bereits im Südosten des Landes heimisch. Besorgniserregend ist: Es gibt weder Impfstoffe noch Medikamente gegen das Virus. Die Symptome können sich nach einem scheinbaren Abklingen erneut zeigen und in Einzelfällen über Wochen bestehen bleiben. Weitere Bedrohungen: Masern, HIV und neue Erreger Neben den genannten Viren sieht Jackson weitere Risiken: Chikungunya-Virus: Auch dieser durch Mücken übertragene Erreger breitet sich weltweit aus . Eine Impfung existiert, ist aber bisher wenig verbreitet. Masern: Weltweit nehmen die Infektionen zu – befeuert durch sinkende Impfquoten. HIV: Trotz wirksamer Medikamente steigen die Infektionszahlen wieder . Grund sind laut Jackson vor allem Kürzungen bei internationalen Hilfsprogrammen. Und dann sind da noch die unbekannten Erreger. Neue Viren, die durch Klimawandel , Globalisierung und Eingriffe in Ökosysteme plötzlich beim Menschen landen können. "Mensch, Tier und Umwelt sind eng miteinander verbunden", sagt Jackson. Nur wer diese Verflechtungen ernst nimmt, könne verhindern, dass lokale Ausbrüche zu globalen Gesundheitskrisen werden. Der Experte fordert deshalb weltweite Überwachungssysteme, Aufklärung und Investitionen in neue Impfstoffe.
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