Die WHO möchte durch deutliche Steuererhöhungen nicht übertragbare Krankheiten und Verletzungen weltweit deutlich reduzieren. Was steckt dahinter? "3 by 35": So heißt die bereits im Sommer 2025 ins Leben gerufene Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gemeint ist damit die Forderung, über Gesundheitssteuern die Realpreise für Alkohol , Tabak und zuckerhaltige Getränke bis zum Jahr 2035 weltweit um mindestens 50 Prozent zu erhöhen. Ein zuvor für 10 Euro angebotenes Produkt würde dann 15 Euro kosten. Nun hat die WHO erneut auf die Bedeutung dieser Initiative zum Schutz der Gesundheit hingewiesen. Anlass war die Veröffentlichung zweier neuer Berichte zur globalen Besteuerung alkoholischer und zuckerhaltiger Getränke. Daraus ergab sich, dass: viele Länder alkoholische Getränke besteuern und einige Alkohol vollständig verbieten, die Alkoholsteuer aber größtenteils nicht hoch genug und zudem zu schlecht gestaltet ist, um den Alkoholkonsum und dessen Folgen wirksam zu bekämpfen. die Steuern auf zuckerhaltige Getränke im Mittel nur rund zwei Prozent des Preises eines gängigen zuckerhaltigen Erfrischungsgetränks ausmachen. Zudem gelten sie oft nur für eine Produktuntergruppe, wodurch viele gesundheitsschädliche Produkte (wie trinkfertige Kaffee- und Teegetränke sowie gesüßte Milchgetränke) von der Besteuerung ausgenommen sind. nur wenige Länder ihre Steuern an die Inflation anpassen, wodurch die gesundheitsschädlichen Produkte immer erschwinglicher werden. Geringe Besteuerung hat schwerwiegende Folgen Die Berichte zeigen, dass die Produkte aufgrund der verbreitet geringen Besteuerung erschwinglich bleiben oder gar mit der Zeit erschwinglicher werden. Dabei begünstigt der Konsum von Alkohol, Tabak und zuckerhaltigen Getränken nachweislich die Entstehung nicht übertragbarer Krankheiten (wie Herzerkrankungen , Krebs und Diabetes ), die laut WHO zusammengenommen für drei Viertel aller Todesfälle weltweit verantwortlich sind. Zu viel Zucker: Das sind die Warnsignale Allein die körperlichen Folgeschäden von Alkoholkonsum sind enorm. Dabei reicht schon eine mäßige Trinkmenge, um das Risiko für Alkoholschäden und zahlreiche Krankheiten zu erhöhen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Bluthochdruck ), Impotenz , Krebserkrankungen, Lebererkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Übergewicht und vielfältige Verletzungen (etwa durch Stürze, Unfälle oder Gewalt). Alkoholische Fettleber : Diese Symptome sind möglich Bluthochdruck: Diese Rolle spielt Alkohol dabei Alkoholvergiftung: Diese Symptome deuten darauf hin Gesundheitssteuern können Krankheiten verhindern Während die gesundheitsschädlichen Produkte den Unternehmen hohe Gewinne einbringen, belasten die langfristigen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen ihres Konsums größtenteils allein die Gesellschaften: In der Bevölkerung häufen sich eigentlich vermeidbare Krankheiten und Verletzungen, wodurch die Gesundheitssysteme zunehmend unter finanziellen Druck geraten. Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen diese Entwicklung sind laut WHO Gesundheitssteuern. Daher ruft sie im Rahmen ihrer Initiative "3 by 35" alle Länder auf, die Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke zu erhöhen und neu zu gestalten. Ziel ist es, den Konsum der Produkte zu senken und so die Gesundheit der Menschen zu verbessern sowie gleichzeitig mehr Gelder zur Finanzierung wichtiger Gesundheitsdienste einzunehmen. In der Öffentlichkeit scheinen solche Gesundheitssteuern hohen Zuspruch zu finden: So befürwortete schon bei einer im Jahr 2022 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup durchgeführten Umfrage die Mehrheit der Befragten höhere Steuern auf Alkohol und zuckerhaltige Getränke.