Abnehmspritze: Wer das Medikament bekommen kann und was es kostet

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Weg mit den Kilos per Spritze: Was verlockend klingt, ist längst nicht für jeden geeignet. Wer von den neuen Abnehmmitteln profitieren kann und was sie kosten. Immer mehr Menschen möchten mit Medikamenten abnehmen. Präparate mit Wirkstoffen wie Semaglutid sind inzwischen auch in Deutschland gefragt. Doch wie genau wirken sie? Wer bekommt sie? Und gibt es sie einfach in der Apotheke? Welche Abnehmspritzen gibt es? In Deutschland sind bislang folgende Abnehmspritzen zur Gewichtsreduktion zugelassen: Wegovy (Semaglutid), Mounjaro (Tirzepatid) und Saxend (Liraglutid). Hinter den Markennamen steckt meist ein Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Mittel wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Sie wirken durch die Nachahmung von Darmhormonen appetitzügelnd und bewirken, dass der Blutzucker langsamer ansteigt. Die Medikamente gibt es in Form von Injektionen, die sich Patienten einmal pro Woche selbst spritzen. Eine Tablettenform von Semaglutid ist ebenfalls in Entwicklung. Für wen sind diese Medikamente gedacht? Ganz klar: Die Mittel sind keine Lifestyle-Produkte und deshalb nicht für Menschen gedacht, die "nur ein paar Kilo" verlieren möchten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nur, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Das bedeutet: ein Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher (Adipositas) oder ein BMI ab 27 mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen BMI-Rechner: Liegt Ihr Gewicht im gesunden Bereich? Zudem gilt: Die Medikamente sind nur Teil eines Gesamtkonzepts. Ärzte verschreiben sie in der Regel in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und einer Verhaltenstherapie. Wo bekomme ich die Mittel und brauche ich ein Rezept? In Deutschland sind die Mittel verschreibungspflichtig. Patienten müssen sich die Medikamente von einem Arzt verordnen lassen. Dafür ist in der Regel ein ausführliches Beratungsgespräch notwendig, oft auch eine körperliche Untersuchung oder eine Blutuntersuchung. Einige Ärzte bieten spezielle Adipositas-Sprechstunden an. Auch Fachärzte für Endokrinologie oder Diabetologie sind Anlaufstellen. Zahlen die Krankenkassen? Das ist aktuell ein großer Streitpunkt. Zwar sind die Medikamente in Deutschland zur Gewichtsreduktion zugelassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten aber bisher nicht für diesen Zweck. Nur bei der Behandlung von Diabetes-Typ-2 mit Übergewicht übernehmen sie teilweise die Kosten, allerdings dann nur für Ozempic, das offiziell gar keine Zulassung als Abnehmmittel hat. Das bedeutet: Wer ein Mittel wie Wegovy oder Mounjaro zur Gewichtsabnahme nutzen möchte, muss die Kosten aktuell meist selbst tragen. Diese liegen bei rund 300 bis 500 Euro pro Monat – je nach Präparat und Dosierung (Stand Januar 2026). Abnehmspritzen: Wie stark kann man damit abnehmen? Und was kommt als Nächstes? Die Forschung auf diesem Gebiet boomt. In den kommenden Jahren könnten weitere Wirkstoffe auf den Markt kommen, darunter Kombinationspräparate, die noch effektiver beim Abnehmen helfen sollen. Einige Experten sprechen schon von einem "Paradigmenwechsel" in der Adipositas-Therapie. Trotzdem betonen Mediziner: Kein Medikament ersetzt eine gesunde Lebensweise. Wer dauerhaft Gewicht verlieren will, muss Ernährung, Bewegung und Verhalten langfristig verändern. Fazit Abnehmen mit Medikamenten ist für manche Patienten eine Option, aber nicht für alle. Insbesondere stark übergewichtige Menschen können gesundheitlich von ihnen profitieren und damit ihr Gewicht reduzieren. Doch die Mittel sind verschreibungspflichtig, teuer und nicht frei von Nebenwirkungen. Wer eine Behandlung in Betracht zieht, sollte sich ausführlich ärztlich beraten lassen und zudem bereit sein, aktiv an seiner Gesundheit zu arbeiten.
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