Millionen leiden derzeit an Husten und Schnupfen. Das Robert Koch-Institut hat analysiert, welche Viren hinter der Krankheitswelle stecken. Ein alter Bekannter bereitet dabei neue Sorgen. Die Grippewelle hat Deutschland früher als in den Vorjahren erreicht. Seit Ende November registriert das Robert Koch-Institut (RKI) einen sprunghaften Anstieg an Atemwegsinfektionen. Rund fünf Millionen Menschen sind aktuell betroffen. Doch was steckt hinter den Symptomen? Grippe dominiert – Adenoviren auf dem Vormarsch Die Erreger, die derzeit am häufigsten nachgewiesen werden, sind vielfältig. Von Dezember bis Anfang Januar machten laut RKI folgende Viren den Großteil aller bestätigten Atemwegsinfektionen aus: Influenzaviren A und B (43 Prozent): Sie verursachen die "echte Grippe" mit plötzlichem hohem Fieber, Gliederschmerzen und starkem Krankheitsgefühl. Die Grippewelle ist offiziell gestartet. Rhinoviren (14 Prozent): Die klassischen Erkältungsviren sind meist für Schnupfen, Halsschmerzen und Husten verantwortlich. SARS-CoV-2 (13 Prozent): Auch das Coronavirus bleibt aktiv. Etwa jeder fünfte Infekt wird aktuell durch Varianten wie Stratus (XFG) verursacht. Respiratorische Synzytialviren (5 Prozent): RSV befällt die Atemwege und verursacht Erkältungssymptome. Gefährlich kann eine Infektion insbesondere für Kleinkinder und Senioren werden. Parainfluenzaviren (5 Prozent): Sie können Husten, Fieber und Krupphusten bei Kleinkindern auslösen. Adenoviren (4 Prozent): Sie sind besonders robust und rücken derzeit verstärkt in den Fokus – mehr dazu unten. weitere Erreger (1 bis 2 Prozent): Dazu zählen humane Metapneumoviren (hMPV), saisonale Coronaviren und Influenza-C. Adenovirus-Welle in Großbritannien: Risiko für Deutschland? Auch wenn in Deutschland der Anteil der Adenoviren nur bei vier Prozent aller positiv getesteten Atemwegsinfekte liegt, ist der Erreger aktuell präsenter denn je. Grund dafür sind mediale Berichte über eine "mysteriöse Viruswelle" und ein "seltsames Virus" in Großbritannien . Dort lag der Anteil der Adenoviren Ende Dezember bei vergleichsweise geringen 1,7 Prozent. Dennoch sprechen britische Gesundheitsbehörden von einem bemerkenswerten Anstieg. Von einer echten Welle ist in Deutschland zwar nicht die Rede, aber die Daten zeigen, dass das Adenovirus aktuell verbreiteter ist als üblich. Wie sich eine Infektion mit dem Adenovirus zeigt Adenoviren verursachen nicht nur Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten und Halsschmerzen, sondern auch Bindehautentzündungen, Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen und in seltenen Fällen sogar Entzündungen der Leber oder des Gehirns. Die Infektionen verlaufen oft deutlich hartnäckiger und länger als bei einer klassischen Erkältung . Während Influenzaviren meist nach wenigen Tagen wieder abklingen, kann eine Adenovirus-Infektion bis zu zwei Wochen andauern. Besonders betroffen sind kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere und immungeschwächte Personen. Daten aus Europa: So gut schützt die Grippeimpfung in diesem Winter Studie: Warum Grippe und Corona gefährlicher sind als gedacht Wie gefährlich sind Adenoviren? Zwar verlaufen die meisten Infektionen bei gesunden Erwachsenen mild, doch die hohe Ansteckungsgefahr ist ein Problem. Adenoviren können auf Oberflächen wie Türkn oder Handläufen über Wochen überleben. Da sie keine Lipidhülle besitzen, wirken viele übliche Desinfektionsmittel nicht. Die Ansteckung erfolgt meist über eine Schmierinfektion – also über Hände, gemeinsam genutzte Gegenstände oder kontaminierte Flächen. Tröpfcheninfektionen spielen eine untergeordnete Rolle. Keine Impfung, keine gezielte Therapie Gegen das Adenovirus gibt es keine Impfung für die Allgemeinbevölkerung. Auch antivirale Medikamente stehen nicht zur Verfügung. Das bedeutet: Symptome lindern, viel Ruhe und Flüssigkeit – mehr bleibt in der Regel nicht. Wer sich und andere schützen will, sollte besonders in der kalten Jahreszeit auf Hygiene und Abstand achten. Waschen Sie regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife. Vermeiden Sie zudem den Kontakt mit Ihren Augen, der Nase und dem Mund, da diese Stellen Eintrittspforten für Krankheitserreger sein können. Teilen Sie auch keine Handtücher, Gläser oder Besteck mit anderen, um die Verbreitung von Keimen zu verhindern. Wenn Sie Anzeichen einer Krankheit bemerken, ist es ratsam, zu Hause zu bleiben, um sich auszuruhen und die Ausbreitung von Erregern zu vermeiden.