Wie lange braucht eine Wunde zum Heilen?

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Nach einer Verletzung setzt der Körper verschiedene Prozesse in Gang, um die Wunde zu verschließen. Wie lange die Heilung dauern kann. Die Wundheilung ist ein natürlicher Vorgang, der in mehreren komplex regulierten Phasen abläuft. Wie lange eine Wunde dabei genau braucht, um vollständig zu heilen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Art der Wunde, der Wundgröße, der Stelle am Körper, dem Lebensalter und dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Wundheilung: Was es bedeutet, wenn Wunden jucken Was passiert in den verschiedenen Wundheilungsphasen? Damit eine Wunde optimal heilt, muss sie die verschiedenen Phasen der Wundheilung in richtigem Maße durchlaufen. Der nachfolgende Ablauf bietet einen Überblick über die verschiedenen Wundheilungsphasen und deren Dauer, wobei sich diese je nach Art der Wunde und der individuell vorliegenden Umstände unterscheiden können. Häufig verlaufen die Phasen auch überlappend. Erste Phase: Blutstillung Sofern Blutgefäße verletzt wurden, versucht der Körper als Erstes, den Blutverlust zu stoppen. Unmittelbar nach der Verletzung verengen sich daher die verletzten Gefäße und die Blutgerinnung setzt ein. Es bildet sich ein Blutgerinnsel, das die Wunde verschließt. Der entstehende Schorf schützt die Wunde. Dauer: Minuten bis Stunden Zweite Phase: Entzündungsphase Ist die Blutung gestillt und der Wundbereich verschlossen, weiten sich die Blutgefäße wieder etwas, um ihn mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Die körpereigene Abwehr schickt verschiedene Arten von Fresszellen (wie Granulozyten und Makrophagen) zum Wundbereich. M1-Makrophagen schütten entzündungsfördernde Botenstoffe aus, um weitere Immunzellen anzulocken. M2-Makrophagen beginnen, etwaige Keime zu beseitigen und Zelltrümmer abzubauen. Sie setzen außerdem Botenstoffe frei, um die Entzündungsphase allmählich abklingen zu lassen. Möglicherweise schwillt das Wundgebiet leicht an. Dauer der Phase: mehrere Tage Dritte Phase: Granulationsphase Das Gewebe beginnt, sich zu regenerieren. Neue Hautzellen und Blutgefäße bilden sich. Das Strukturprotein Kollagen wird produziert, um die Wunde zu stärken. Abhängig von der Wundart geschehen unterschiedliche Dinge. Bei einer kleinen Schnittwunde etwa schließen sich die Wundränder und heilen ab. In anderen Fällen entwickelt sich in der Wunde eine Art vorläufiges Füllgewebe (Granulationsgewebe) und die Wunde beginnt allmählich zu schrumpfen. Dauer der Phase: mehrere Wochen Vierte Phase: Reifungsphase Die Wunde zieht sich zusammen und das Gewebe wird stabilisiert, um die ursprüngliche Struktur wiederherzustellen. Die neu gebildete Haut und das Kollagen werden langsam umgebaut, sodass die Narbe fester, aber auch flexibler wird. Am Ende bleibt oft eine Narbe, die mit der Zeit blasser und weniger auffällig wird. Häufig ist das Narbengewebe nicht so elastisch wie die ursprüngliche Haut und besitzt keine Schweiß- oder Talgdrüsen mehr. Dauer der Phase: mehrere Monate Gestörter Ablauf: Wenn die Wundheilung länger braucht Die Wundheilung folgt einem komplexen Ablauf und benötigt Zeit. Wird der Prozess gestört, kann sich die Wundheilung verlangsamen oder in manchen Fällen auch nicht beendet werden. Folgende Faktoren können die Wundheilung beispielsweise beeinträchtigen: Durchblutungsstörungen des Gewebes, etwa als Folge bestehender Grunderkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas oder Gefäßerkrankungen oder als Folge von Rauchen Wundinfektion Medikamente wie zum Beispiel Glukokortikoide, Blutgerinnungshemmer, Krebsmittel, Immunsystem unterdrückende Mittel, manche Antibiotika Auskühlen der Wunde Mangelernährung Benötigt eine Wunde ungewöhnlich lange, um zu heilen, sollten Betroffene ärztliche Rücksprache halten. Das gilt umso mehr, wenn sich die Wunde eher zu verschlimmern scheint und der Bereich zum Beispiel anschwillt, schmerzt, sich ungewöhnlich warm anfühlt oder zu eitern beginnt. Wichtig zu wissen: Heilt eine Wunde nicht innerhalb von etwa acht Wochen ab, sprechen Fachleute von einer chronischen Wunde. Diese benötigt unter Umständen eine spezielle Behandlung.
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