Zweistellige Minusgrade in Deutschland: Was Kälte mit unserem Körper macht

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Am Wochenende wird es in Deutschland eiskalt – mit Frost, Wind und Minusgraden. Was bei Kälte mit dem Körper passiert und wer besonders schnell friert. Eine Kältewelle rollt derzeit über Deutschland. In vielen Regionen sinken die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt – vor allem nachts. Der eisige Wind verstärkt das Kälteempfinden zusätzlich. Wer dann längere Zeit draußen ist, merkt schnell: Der Körper beginnt zu frieren. Doch warum eigentlich? Darum frieren wir In unserer Haut sitzen Rezeptoren, die ständig messen, wie warm oder kalt es ist. Unser Körper hat eine Temperatur von rund 37 Grad Celsius – und die will er auch halten. Fällt die Außentemperatur unter etwa 15 Grad, greift ein Schutzmechanismus. Die Blutgefäße in der Haut verengen sich, damit nicht zu viel Wärme verloren geht. Der Blutstrom wird zu den überlebenswichtigen Organen und damit zur Körpermitte umgeleitet. Das spürt man besonders an Händen, Füßen, Ohren oder Lippen. Warum bekommen wir Gänsehaut – und warum zittern wir? Beides sind Reaktionen auf die Kälte. Beim Zittern spannt unser Körper die Muskeln immer wieder kurz an. Dadurch entsteht zusätzliche Wärme. Die Gänsehaut entsteht, weil wir winzige Muskeln an unseren Körperhaaren haben. Diese ziehen sich zusammen und richten die Härchen auf. Der Effekt bringt uns evolutionär heute zwar wenig, zeigt aber, dass der Körper auf Abwehr schaltet. Stimmt es, dass Frauen schneller frieren als Männer? Tatsächlich frieren Frauen meist schneller. Das liegt unter anderem daran, dass Männer im Durchschnitt mehr Muskelmasse haben – und Muskeln erzeugen Wärme. Frauen haben zudem eine dünnere Haut, wodurch mehr Körperwärme verloren gehen kann. Frieren dünne Menschen schneller als dicke? Ja, denn Fett isoliert. Es bildet unter der Haut eine Art natürliche Schutzschicht – ähnlich einer Winterjacke. Diese Schicht hält die Wärme länger im Körper. Besonders an unbedeckten Körperteilen wie Fingern oder Ohren ist dieser Unterschied spürbar. Im Sommer wirkt sich das aber andersherum aus: Menschen mit mehr Körperfett schwitzen schneller. Ab welcher Temperatur wird Frieren gefährlich? Wird der Körper über längere Zeit großer Kälte ausgesetzt, kann er die eigene Temperatur irgendwann nicht mehr stabil halten. Dann sinkt die Körpertemperatur. Die energiesspeichernden Reserven sind erschöpft, der Stoffwechsel fährt herunter, und die Organe beginnen, langsamer zu arbeiten. Die Denk- und Bewegungsfähigkeit lässt nach. Betroffene merken oft nicht, wie stark sie unterkühlt sind. Erste Anzeichen einer Unterkühlung sind: Schüttelfrost Müdigkeit Verwirrtheit und Desorientierung Spätere Symptome sind: Blaue Haut Geweitete Pupillen Langsamer Puls und Atem Bewusstlosigkeit Wie schnell der Körper unterkühlt, hängt stark von äußeren Faktoren wie Wind und Feuchtigkeit ab. Lebensgefährlich wird es bei einer Körpertemperatur unter 30 Grad Celsius, bei weniger als 26 Grad versagen Herz und Kreislauf und der Tod tritt ein. Wann drohen Erfrierungen? Erfrierungen der Haut können bei extremer Kälte bereits nach wenigen Minuten auftreten. Besonders gefährlich ist die Kombination aus niedrigen Temperaturen und Wind – die sogenannte "gefühlte Temperatur" kann dann deutlich unter dem gemessenen Wert liegen. Häufig betroffene Körperstellen sind: Finger und Zehen Nase und Ohren Wangen und Kinn Hilft Alkohol gegen die Kälte? Nein – im Gegenteil. Alkohol erweitert zwar kurzfristig die Blutgefäße in der Haut, sodass einem kurz warm wird. Doch genau dadurch geht die Wärme schneller verloren. Die Körpertemperatur sinkt, auch wenn man das nicht sofort merkt. Statt Glühwein oder Schnaps hilft besser ein heißer Tee, besonders Sorten mit Ingwer. Die Scharfstoffe im Ingwer regen die Durchblutung der Organe an und sorgen so für ein angenehmes Wärmegefühl von innen.
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